GAZA (inn) – Die beiden Mitte August von Palästinensern in Gaza verschleppten Journalisten des US-Senders „Fox News“ sind am Sonntag freigelassen worden. Der Amerikaner Steve Centanni und der neuseeländische Kameramann Olaf Wiig wurden von ihren Entführern zuvor jedoch gezwungen, zum Islam überzutreten.
Nach Angaben der Tageszeitung „Jediot Aharonot“ wurden die beiden Journalisten am Sonntagmittag vor einem Hotel in Gaza-Stadt auf freien Fuß gesetzt. Anschließend trafen sie sich mit palästinensischen Vertretern, unter anderen mit dem palästinensischen Premierminister Ismail Hanije. „Ich möchte allen danken. Ich bin glücklich, hier zu sein“, sagte der 36-jährige Centanni vor Journalisten. Er hoffe, dass dieser Vorfall keinen Journalisten davon abschrecke, nach Gaza zu kommen, um über die Lage zu berichten. Er halte das palästinensische Volk für sehr bewundernswert und gutherzig.
Am Samstag war ein 72-stündiges Ultimatum abgelaufen, das mit einer Morddrohung gegen die Journalisten verbunden war. Die Entführer hatten die USA aufgefordert, alle in amerikanischen Gefängnissen inhaftierten Moslems freizulassen. Dies wurde von den USA abgelehnt. Die beiden Journalisten seien jedoch nur vom Tode verschont worden, weil sie zum Islam konvertierten. Auf einem Video, das der US-Sender erhielt, wurde dokumentiert, wie Centanni und Wiig eine Koransure zum Übertritt zum Islam aufsagten.
„Wir wurden mit Waffengewalt gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Ich habe größten Respekt vor dem Islam, aber das war etwas, was wir machen mussten, weil sie Waffen hatten“, erklärte Centanni gegenüber „Fox News“. Während ihrer Gefangenschaft seien die Journalisten in einer dunklen Garage in einer schmerzvollen Position gefesselt gewesen.
Am 14. August waren Centanni und Wiig im Zentrum von Gaza-Stadt von der bisher unbekannten Gruppe „Brigaden des Heiligen Dschihad“ entführt worden. Hanije bestätigte, dass die Entführer aus Gaza stammten. Er glaube jedoch nicht, dass die Terroristen Verbindungen zum Terrornetzwerk „Al-Qaida“ hätten. Diese Organisation existiere nicht im Gazastreifen.
Bei dem Vorfall handelte es sich um die bisher längste Entführung ausländischer Geiseln im Gazastreifen, heißt es in „Jediot Aharonot“ weiter. Normalerweise kamen die Geiseln nach einigen Stunden wieder frei.