Flüchtlinge protestieren gegen UNRWA-Politik

BEIRUT (inn) – Den zweiten Tag in Folge protestieren palästinensische Flüchtlinge im Libanon gegen Kürzungen in der Kranken-Fürsorge des UN-Hilfswerks für Palästina-Flüchtlinge (UNRWA). Sie fordern außerdem mehr Beschäftigung.
Palästinenser im Libanon fordern mehr Unterstützung von der UNRWA. Im Bild das Flüchtlingslager Al-Buss in Südlibanon.
Palästinenser im Libanon fordern mehr Unterstützung von der UNRWA. Im Bild das Flüchtlingslager Al-Buss in Südlibanon.

Die Palästinenser versammelten sich am Montag zu einem Protestmarsch vor dem UNRWA-Hauptquartier in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Neben der Forderung nach mehr Arbeit protestierten sie gegen das Ende der kostenfreien Kranken-Fürsorge. Diese war am 1. September ausgelaufen, berichtet die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“. Betroffen seien vor allem Menschen mit chronischen Krankheiten, die nun keine kostenlose Behandlung mehr erhalten.
Atef Chalil, ein Sprecher der Protestler, sagte, der UNRWA bleibe keine Wahl, als die neue Politik rückgängig zu machen. Es gebe 86 Krebspatienten, 29 Dialyse-Patienten 600 weitere Kranke, die regelmäßige Behandlung brauchten.
Nach einer von der UNRWA im Dezember 2012 veröffentlichten Statistik sind 56 Prozent der arbeitsfähigen palästinensischen Flüchtlinge im Libanon arbeitslos. Insgesamt befinden sich 450.000 in dem Land. Dem Bericht zufolge ist ihnen der Zugang zu zahlreichen Berufen wie Arzt oder Rechtsanwalt verwehrt.

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