Flottille: Warnung an Journalisten abgemildert

JERUSALEM (inn) - Die zuständigen Behörden sollen ein spezielles Verfahren für den Umgang mit Journalisten erarbeiten, die sich an der geplanten Gaza-Flottille beteiligen. Dies ordnete Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Montag an. Zuvor hatte das israelische Presseamt ausländische Medienvertreter vor drastischen Maßnahmen gewarnt, falls sie bei der "illegalen Aktion" mitwirkten.

Netanjahu verfügte laut einer Mitteilung seines Büros, dass die reguläre Politik gegen unrechtmäßige Eindringlinge nicht gegen Journalisten zur Anwendung kommen solle. Zudem sollten sich Vertreter der israelischen und der internationalen Medien den Schiffen anschließen, wenn sich diese in Richtung Gazastreifen aufmachten. Dadurch sollten Transparenz und eine glaubwürdige Berichterstattung über die Vorfälle möglich werden, die im Zusammenhang mit der Flottille stünden. Am Sonntag hatte es aus dem Presseamt geheißen, wer sich an der Aktion beteilige, könne zehn Jahre lang nicht aus Israel berichten. Zudem würden die Geräte dieser Reporter beschlagnahmt.

Die Vereinigung der Auslandspresse zeigte sich erfreut darüber, dass "Israel erkannt hat, wie wichtig es ist, Reportern die Berichterstattung über ein wichtiges Nachrichtenereignis zu gestatten". Auch sei es den Israelis bewusst, dass Journalisten anders zu behandeln seien als politische Aktivisten. "Wir fordern die Regierung auf, weiterhin ihr Möglichstes zu tun, um Pressefreiheit als einen Grundwert einer demokratischen Gesellschaft zu fördern", hieß es in einer Mitteilung.

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