Fischer reist nach Israel – Sorge um Israels Existenz

BERLIN (inn) – Bundesaußenminister Josef Fischer startet am morgigen Dienstag zu einer erneuten Reise in die Nahost-Region, die ihn nach Angaben des Auswärtigen Amtes bis Samstag nach Israel, die palästinensischen Autonomiegebiete und nach Ägypten führt.

Am Mittwoch soll Fischer in Haifa die Ehrendoktorwürde der Universität erhalten.

In Tel Aviv und Jerusalem stehen Gespräche mit Premierminister Ariel Sharon, Außenminister Shimon Peres, Staatspräsident Moshe Katzav und Verteidigungsminister Benjamin Ben-Eliezer auf dem Programm.

Am Freitag will Fischer mit Palästinenserführer Yasser Arafat und weiteren palästinensischen Vertretern in der Autonomiestadt Ramallah zusammentreffen.

In einem Interview mit der Zeitung “Welt am Sonntag” (Berlin) brachte Fischer seine Sorge um die Existenz des Staates Israel zum Ausdruck. “Israel ist der einzige Staat, dessen Existenz wirklich materiell in Frage gestellt wird”, sagte Fischer. “Wenn man nicht bösartig, blind oder von naiver Einseitigkeit ist, muß man doch die Raketen im Südlibanon sehen, die heute bis in das Kernland Israels reichen.

Wenn Israel auch nur einen Tag eine militärische Niederlage erleben würde, dann würde dieser Staat nicht mehr existieren. Was das auf dem Hintergrund der historischen Erfahrungen des Volkes in den 30er- und 40er-Jahren in Europa bedeutet, macht völlig klar, daß sich kein verantwortlicher Politiker in Israel, aber auch kein wirklicher Freund Israels dieses auch nur vorzustellen wagt, weil es völlig inakzeptabel ist.”

Daher sei es wichtig, “auch der jüngeren Generation immer wieder zu sagen, daß unsere Geschichte mit dem Zeitablauf nicht erlischt. Daß sie nicht erlischt mit dem Dahingehen der Erlebnis-Generation. Zum Frieden für Israel gehört, daß seine Bürger frei von Terror und Existenzbedrohungen leben können”, so Fischer.

Das Existenzrecht Israels schließe jedoch auch die “legitimen Interessen der Palästinenser für ein Leben in Würde in einem eigenen Staat, verbunden im Frieden mit Israel, ein.”

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