JERUSALEM (inn) – Der israelische Beschuss eines UNO-Stützpunktes im Südlibanon vor drei Wochen ist auf eine falsche Landkarte des Gebietes zurückzuführen. Dies erklärte am Donnerstag der Sprecher des israelischen Außenministeriums gegenüber Vertretern der Länder, aus denen die vier getöteten Soldaten kamen.
„Es gab einen Fehler bei der Vervielfältigung der Karten“, sagte Sprecher Mark Regev, „der UNO-Posten war darauf nicht so markiert, wie er hätte sein sollen, und das verursachte die Tragödie.“
Am 25. Juli hatte die israelische Armee einen Bunker der Friedenstruppe UNIFIL im südlichen Libanon beschossen. Vier UNO-Beobachter kamen dabei ums Leben. Israel bedauerte den Vorfall und leitete eine Untersuchung ein. UNO-Generalsekretär Kofi Annan nannte den Angriff „absichtlich“. Das Untersuchungsergebnis präsentierte Israel den Herkunftsländern der Opfer: Österreich, Kanada, China und Finnland.
Regev zufolge wurde während der Untersuchung festgestellt, dass sich rund 100 Meter hinter dem UNO-Posten ein Hisbollah-Stützpunkt mit „feindlicher Aktivität“ befand. Deswegen sei der Angriff angeordnet worden. „Wenn Israel gewusst hätte, dass das Ziel ein UNO-Posten war, wäre der Angriff nicht angeordnet worden.“