Fatah gewönne bei jetzigen Wahlen

RAMALLAH (inn) – Eine Mehrheit von fast 60 Prozent der Palästinenser unterstützt die Idee einer Einheitsregierung aus Fatah und Hamas und sieht darin den einzigen Weg aus der derzeitigen Krise. Wenn jetzt Wahlen wären, würde die Fatah-Partei jedoch gewinnen.

Dies ergab eine Meinungsumfrage des Jerusalemer Medien- und Kommunikationszentrums (JMCC). 15,2 Prozent der Befragten glauben, dass die Lösung der Krise in vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen liegen. Kaum weniger (13,5 Prozent) sehen in der Auflösung der derzeitigen Palästinensischen Autonomiebehörde die Lösung.

Wenn jetzt Wahlen wären, würden 32 Prozent die Fatah wählen. 21,9 Prozent würden für den Block „Wandel und Reform“ mit der Hamas stimmen. Im Gazastreifen gab es mit 33,4 Prozent etwas mehr Unterstützung für die Hamas. Genauso viele (21,9 Prozent) wollen stattdessen überhaupt nicht wählen gehen.

Neuer Premierminister sollte nach Meinung von 39,4 Prozent jemand aus der Hamas sein.
41,4 Prozent bevorzugen einen Fatah-Mann als Premier. Von den Befragten drückten 28,3 Prozent ihre Ablehnung gegenüber allen palästinensischen Politikern aus.

Hamas-Chef Hanije am vertrauenswürdigsten

Dabei erscheint 18,9 Prozent der Befragten der derzeitige palästinensische Premierminister Ismail Hanijeh am vertrauenswürdigsten. Mahmud Abbas folgt mit 14,5 Prozent auf Platz zwei. An dritter Stelle folgt Marwan Barghuti (4,5 Prozent), der Fatah-Führer, der in einem israelischen Gefängnis sitzt. Der Chef des politischen Büros der Hamas, Chaled Mascha´al, genießt bei 3,3 Prozent der Bevölkerung Vertrauen. Insgesamt vertrauen die Menschen jedoch beiden Parteien gleich viel: der Fatah 30,7 Prozent und der Hamas 29,7 Prozent.

Der Anteil der Palästinenser, die eine Zwei-Staaten-Lösung mit Israel akzeptieren, sank von 52,4 Prozent im Juni auf 46,6 Prozent. Militärische Mittel gegen Israel finden 43,1 Prozent akzeptabel. Selbstmordattentate unter israelischen Zivilisten halten 48 Prozent für legitim – 3,4 Prozent mehr als im Juni.

Das Institut befragte zwischen dem 19. und 22. September 1.200 Palästinenser, davon 760 im Westjordanland und 440 in Gaza.

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