Fast jeder fünfte freigelassene Terrorist wird rückfällig

JERUSALEM (inn) - Etwa 17 Prozent der aufgrund von Abkommen freigelassenen palästinensischen Häftlinge sind anschließend zum Terror zurückgekehrt. Das gab eine Vertreterin des israelischen Justizministeriums am Mittwoch bekannt.

Am Freitag will Israel mehr als 250 Gefangene aus der Haft entlassen, um den Fatah-Vorsitzenden Mahmud Abbas zu unterstützen. Nach Angaben der Vorsitzenden der Abteilung für Straferlasse, Emmy Palmor, gehören 85 Prozent dieser Palästinenser der Fatah an. Außerdem sind unter ihnen Mitglieder der „Demokratischen Front für die Befreiung Palästinas“ (DFLP) und der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ (PFLP). Die Hamas ist von der Maßnahme hingegen nicht betroffen. Sie könne aufgrund der Statistik nicht garantieren, dass keiner der Freizulassenden wieder den Weg des Terrors einschlagen werde, sagte Palmor.

Auf der Liste befinden sich nach offiziellen Angaben nur Häftlinge „ohne Blut an den Händen“. Doch die Vereinigung der Terror-Opfer, „Almagor“, hat das Oberste Gericht aufgefordert, die Freilassung zu verschieben. In den vergangenen sieben Jahren seien 179 Israelis durch Palästinenser getötet worden, die im Rahmen von früheren Abmachungen freigekommen seien. „Bei einer ersten Überprüfung der Liste gibt es bereits ein paar Namen von Palästinensern, deren Befreiung unvernünftig ist“, schreibt „Almagor“-Chef Meir Eindor.

Wie die Tageszeitung „Jerusalem Post“ berichtet, hatte Israels Premier Ehud Olmert eine frühere Fassung der Liste abgelehnt. Denn nicht alle darauf verzeichneten Palästinenser hatten noch wenigstens ein Jahr Haft vor sich. Auf der aktuellen Liste finden sich 84 Freizulassende, deren Gefängnisstrafe ursprünglich höchstens bis Ende 2008 dauern sollte. Bei 85 weiteren sollte sie bis 2009 enden. Doch auch zwei Palästinenser sollen freikommen, die zu einer Haftstrafe bis 2014 oder 2015 verurteilt waren. Ein Häftling zieht es vor, hinter Gittern zu bleiben, weil dort seine Arthritis kostenlos behandelt werde.

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