Familie Schalit erhebt Klage gegen Waffenruhe

JERUSALEM (inn) - Die Familie des entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit klagt vor dem Obersten Gericht gegen die Waffenruhe im Gazastreifen. Die Angehörigen befürchten, dass der 21-Jährige nach einer Öffnung des Rafah-Grenzübergangs nach Ägypten geschmuggelt werden könnte.

Der Leiter des sicherheitspolitischen Stabes im Verteidigungsministerium, Amos Gilad, versicherte, dass der Rafah-Übergang geschlossen bleibe. Außerdem hätten die Entführer kein Interesse daran, Schalit aus dem Gazastreifen nach Ägypten zu bringen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Familie ist laut der „Jerusalem Post“, dass ihr Sohn nicht in die Bedingungen für die Feuerpause einbezogen wurde. Der Vertreter des Verteidigungsministeriums sagte als Reaktion: „Im gegenwärtigen Augenblick ist die Waffenruhe die beste Option, die als Rahmen verwendet werden kann, um einen Prozess des Dialogs zu beginnen. Wir hoffen, dass dieser mit ägyptischer Vermittlung zu Gilads Rückkehr führen wird. Ich habe ausführlich den Vorteil dieses Prozesses gegenüber anderen Möglichkeiten erklärt, bei denen es zweifelhaft wäre, ob Gilad freigelassen würde.“

Unterstützung durch Ron Arads Ehefrau

Unterdessen verfasste Tami Arad, deren Ehemann Ron im Oktober 1986 im Libanon verschleppt wurde, einen Brief, um die Familie Schalit zu unterstützen. Dieser ist an Israels Premier Ehud Olmert und die Minister gerichtet, wie die Tageszeitung „Jediot Aharonot“ meldet.

Die Ehefrau des vermissten Navigators schreibt: „22 Jahre, nachdem Ron im libanesischen Abgrund verschwunden ist, erlaube ich es mir, das Recht der ewigen Verschollenheit zu nutzen und mich dem Schreien von Aviva und Noam Schalit anzuschließen. Ich schaue jeden Morgen in den Spiegel, und im Gegensatz zu Ihnen und Ihren Ministern lebe ich mit Schuldgefühlen. Ich habe versagt, ich habe es nicht geschafft, Ihre Vorgänger zu beeinflussen, als man Ron vielleicht noch lebend nach Hause hätte zurückbringen können.“

Noam Schalit sagte am Montag: „Dieser Brief ist sehr bedeutsam für mich und für die Familie. Wir sind gegen unseren Willen gezwungen, die Tragödie der Familie Arad zu benutzen, und wir bitten dafür um Entschuldigung, aber das ist definitiv ein rotes Signal, das uns die ganze Zeit vor Augen steht.“

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