Fajjad: “Wir dulden keine Hetze in Predigten”

RAMALLAH (inn) – Der Premierminister der palästinensischen Notstandsregierung, Salam Fajjad, hat die islamischen Geistlichen gewarnt, nicht in ihren Predigten zu hetzen. Seine Regierung werde Aufwiegelung in Moscheen nicht tolerieren.

Gegenüber 800 Geistlichen sagte er am Donnerstag, sie sollten politische Themen aus ihren Predigten auslassen. “Wir werden nicht zulassen, dass Moscheen in Orte der Anstiftung und Einschüchterung verwandelt werden. Es ist die Verantwortung der religiösen Männer, Religion als einen Weg der Toleranz darzustellen und nicht als einen Deckmantel für Blutvergießen.“

Suhair al-Dubai, ein Geistlicher, der an dem Treffen teilnahm, sagte: „Die Regierung hat gemerkt, wie wichtig die Moscheen bei der Bildung und Führung der öffentlichen Meinung sind. Aber die Hamas ist in den Moscheen sehr gut organisiert.(…) Die Regierung kann sie einschränken, aber nicht beseitigen, weil sie Teil einer Struktur sind und sie können immer einen Weg finden, eine politische Rolle zu spielen.“

Ein anderer Prediger der Hamas aus der Autonomiestadt Dschenin, Mohammed Abu al-Hassan, sagte, die Geistlichen würden weiterhin ihre Gedanken aussprechen, ungeachtet irgendeiner Regierungsverfügung. “Wir werden diese Restriktionen nicht akzeptieren und antworten mit unserer eigenen Botschaft in diesen Freitagspredigten.“ Er fügte hinzu: “Fajjad ist ein Politiker, er kann sich mit politischen Angelegenheiten befassen, und wir können uns mit religiösen Fragen beschäftigen.“

Fajjads Warnung ging einher mit dem Ziel der Notstandsregierung, alle Waffen illegaler palästinensischer Organisationen einzusammeln und die Vereinigungen zu überprüfen. Palästinenserchef Mahmud Abbas hatte Mitte der Woche ein entsprechendes Dekret erlassen, das allen palästinensischen Gruppen das Tragen von Waffen ohne Erlaubnis verbietet. Davon betroffen sind nun auch die Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, der militärische Flügel der Fatah-Bewegung von Abbas. Beobachter bezweifeln jedoch, ob sich der Erlass durchsetzen lässt. Die Angehörigen der Fatah sagen, sie bräuchten ihre Waffen für zukünftige Konfrontationen mit der Hamas und Israel. Deswegen könnten sie diese nicht aushändigen, heißt es in der Tageszeitung “Ha´aretz“.

Innenminister Abdel Rasak Jehijeh, der ebenfalls an dem Treffen mit den Geistlichen teilnahm, erklärte: “Wir werden Waffen einsammeln und sie durch Stifte und Bücher ersetzen. Das Phänomen der Bewaffneten ist sehr gefährlich, und wir möchten es stoppen in all seinen Formen.“

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