Ex-Weltklasse-Fußballer besucht als Präsident Israel

Der liberianische Präsident Weah ist vor allem als ehemaliger Weltklasse-Fußballer bekannt. In Israel wirbt er für wirtschaftliche Zusammenarbeit und hilft laut Staatspräsident Rivlin beim Wetter mit.
Der israelische Premier Netanjahu und der liberianische Präsident Weah mit ihren Ehefrauen

Foto: GPO/Amos Ben-Gershom

Der israelische Premier Netanjahu und der liberianische Präsident Weah mit ihren Ehefrauen

JERUSALEM (inn) – George Manneh Weah gilt als einer der besten afrikanischen Fußballer, die jemals den grünen Rasen betreten haben. Der Weltfußballer von 1995 und überzeugte Christ ist seit vergangenem Jahr Präsident von Liberia. In dieser Funktion hat er jetzt Israel einen Staatsbesuch abgestattet. Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin bescheinigte Weah sogar, den so wertvollen Regen mit ins Land gebracht zu haben. Bei Weahs Treffen mit Rivlin in Jerusalem am Donnerstag goss es wie aus Kübeln.

Rivlin lobte die Beziehungen beider Länder. „Ich bin mir sicher, dass unter Ihrer Führung unsere Beziehungen neue Höhen erreichen werden. Unsere Herzen sind für sie geöffnet“, sagte Rivlin laut israelischem Außenministerium zu Weah. Die Freundschaft der Länder gehe zurück bis ins Jahr 1947, als Liberia für die Unabhängigkeit Israels bei den Vereinten Nationen gestimmt habe. Der israelische Staatspräsident hob auch hervor, wie in der liberianischen Hauptstadt Monrovia der 70. Jahrestag des jüdischen Staates gefeiert wurde.

Fußballfan Rivlin

Als großer Fußballfan ließ es sich Rivlin nicht nehmen, an Weahs Sportlerkarriere zu erinnern. „Sie waren einer der besten Fußballer der Welt und brachten Ihrem Land und Kontinent großen Stolz und Freude für die Menschen – mich eingeschlossen“, schwärmte Rivlin. Er könne sich daran erinnern, wie der liberianische Präsident für den britischen Fußballklub FC Chelsea im Pokalfinale 2000 auf dem Platz stand und Rivlin als Zuschauer im Wembley-Stadion war. Die größten Triumphe feierte Weah in seiner Zeit bei Paris St. Germain und dem AC Mailand.

In seiner aktiven Fußballzeit habe Weah eine Freundschaft mit einem israelischen Nationalspieler geschlossen, dessen Namen er beim Treffen mit Rivlin nicht nannte. Jedenfalls schlug der Spieler damals Weah vor, auch in Israel Fußball zu spielen. Als er ihn jetzt auf der Reise besuchte, freute sich dieser, dass es Weah zwar nicht als Sportler, aber als Präsident nach Israel geschafft hat.

Bereits enge diplomatische Beziehungen vor Weah

Der 52-Jährige, der in seiner Heimat am 22. Januar des vergangenen Jahres zum Präsident gewählt wurde, bedankte sich bei Rivlin. Es sei für ihn eine große Ehre, Israel zu besuchen. „Es begeistert mich, die Beziehungen zwischen uns wieder neu aufleben zu lassen“, sagte Weah. Es sei schön, dass die Israelis Liberia nicht in schwierigen Zeiten des Ringens um eine bessere Situation im Land vergessen hätten. Schon Weahs Vorgängerin, die Friedensnobelpreisträgerin Ellen Johnson Sirleaf, setzte in ihrer zwölfjährigen Präsidentschaft auf enge diplomatische Beziehungen mit Israel.

Israel sei als kleine Nation, die heute aber ein Gigant sei, ein Vorbild für Liberia, sagte Weah nach einem Treffen mit dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu. Die Länder haben beschlossen, wirtschaftlich noch enger zusammenzuarbeiten. Vor allem auf dem Sektor der Landwirtschaft bot Israel bei der Ausbildung seine Hilfe an. Beispielsweise soll es in Israel elfmonatige Fortbildungen für liberianische Studenten geben.

Frage nach der Botschaftsverlegung

Auf die Frage nach einer Botschaftsverlegung nach Jerusalem antwortete Weah: „Wir wollen unsere bilateralen Beziehungen stärken und sprechen miteinander. Aber wir müssen betrachten, welche Möglichkeiten mein Land hat, Botschaften auf der ganzen Welt zu haben.“ Aktuell fehlten Liberia die finanziellen Möglichkeiten. Ein Botschafter sei für verschiedene Länder zuständig. Aber wenn Liberia wirtschaftlich so weit sei: „Warum nicht?“, fragte er zurück.

Schon auf dem Wirtschaftsgipfel in Davos habe er angekündigt, dass sein Land jetzt für Wirtschaftskooperationen offen sei und dass dabei die technischen Innovationen Israels nur helfen könnten. Er bedankte sich für die Hilfe, die Israel seinem Land während der Ebola-Epidemie zukommen ließ. Zum israelisch-palästinensischen Konflikt sagte Weah: „Wie Israel hat auch mein Land Erfahrungen mit Krieg gesammelt. Der einzige Weg für Frieden und Stabilität ist der Dialog.“ Liberia werde weiter an der Seite Israel stehen, um Frieden mit seinen Nachbarn zu schließen.

Der liberianische Präsident reiste mit einer großen Delegation von Ministern durch das Land. Am Mittwoch pflanzte er als Zeichen des Friedens und der Freundschaft einen Baum in Jerusalem. Der Bürgermeister der Stadt, Mosche Lion, schenkte Weah am selben Tag bei seinem Besuch des Kraft-Familien-Sportzentrums ein israelisches Trikot. Auf dessen Rücken steht der Name des liberianischen Präsidenten. „Seitdem ich durch die Altstadt Jerusalems gelaufen bin, bin ich ein anderer Mensch“, sagte Weah, der generell in seinen politischen Reden häufig Bezug auf seinen christlichen Glauben nimmt. Für ihn sei die Stadt ein „besonderer Ort“.

Von: mm

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