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Ex-Präsident Carter bittet Juden um Vergebung

WASHINGTON (inn) - Der frühere US-amerikanische Präsident Jimmy Carter hat die jüdische Gemeinschaft in einem offenen Brief um Vergebung für Worte und Taten gebeten, mit denen er Israel gebrandmarkt haben könnte. Der Direktor der Anti-Defamation-League (ADL), Abraham Foxman, begrüßte den Schritt und sprach vom "Beginn einer Aussöhnung".

Der offene Brief lag der Presseagentur „Jewish Telegrafic Agency“ (JTA) vor. Darin grüßte Carter die jüdische Gemeinschaft anlässlich des Lichterfestes Chanukka. Außerdem wolle er einige Gedanken zum Staat Israel und dem Nahen Osten mitteilen, heißt es weiter.

Er habe die Hoffnung und bete dafür, dass der Staat Israel als jüdischer Staat in Sicherheit und in anerkannten Grenzen in friedlicher Koexistenz mit seinen Nachbarn und allen muslimischen Staaten blühen werde. Weiter hoffe er, dass sich Blutvergießen und Hass in gegenseitigen Respekt und Kooperation verwandeln und Friedensverhandlungen bald beginnen.

Anlässlich des Lichterfestes hoffe und bete er außerdem, dass Israel seine Vorsehung als Licht unter den Nationen erfüllen werde.

Am Ende wies Carter darauf hin, dass Israels Leistungen unter schwierigen Umständen anerkannt werden müssten. „Wir dürfen keine Kritik für Verbesserung erlauben, um Israel zu brandmarken“, schreibt der Friedensnobelpreisträger von 2002. „Ich biete ‚Al Het‘ für alle Worte und Taten von mir an, die das getan haben“, so Carter.

„Al Het“ bezieht sich auf ein Gebet zum Versöhnungstag Jom Kippur, in dem Gott um Vergebung gebeten wird. Im modernen Hebräisch wird damit jede Bitte um Verzeihung bezeichnet.

ADL-Direktor Foxman lobte die Entschuldigung. „Wir begrüßen jede Erklärung von einer bedeutenden Person, so wie dem ehemaligen Präsidenten, der um ‚Al Het‘ gebeten hat. Inwieweit das eine Erleuchtung ist, wird die Zeit zeigen. Es gibt zweifellos Verletzungen, die wieder gutgemacht werden müssen“, sagte Foxman.

Carter hatte die jüdische Gemeinschaft in den USA und auch den Staat Israel in den vergangenen Jahren immer wieder verärgert. Unter anderem hatte er Israel für das Scheitern des Friedensprozesses verantwortlich gemacht und die jüdische Siedlungspolitik mit Apartheid verglichen.

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