Ex-Generalstabschef Ja´alon wird Politiker

JERUSALEM (inn) - Der frühere israelische Generalstabschef Mosche ("Boogie") Ja´alon schließt sich dem Likud an. Dies teilte er am Dienstag mit und forderte ein Ende der territorialen Rückzüge Israels.

“Meine Überlegung war nicht, ob ich mich dieser oder jener Partei anschließe, sondern ob ich in die Politik eintrete”, sagte Ja´alon vor Journalisten. Für das politische Leben werde er einen hohen Preis zahlen müssen. Doch “weil ich die Herausforderungen kenne, denen dieses Land gegenübersteht, konnte ich es mir nicht erlauben, einfach untätig herumzusitzen”, fügte er laut der Zeitung “Jediot Aharonot” hinzu. Angesichts des Krisengefühls sei ein drastischer Wandel erforderlich.

“Übereinstimmung mit Ansichten der Partei”

Er habe in den vergangenen zwei Jahren mit dem Likud-Chef Benjamin (“Bibi”) Netanjahu über bestimmte Themen der Strategie, Verteidigung und Politik gesprochen. Die beiden Politiker hätten aus diesen Gesprächen den Schluss gezogen, dass sie einer Meinung seien, so Ja´alon. “Ich habe eine Übereinstimmung zwischen meiner Denkweise und den Ansichten des Likud gefunden. Ich sehe ihn als echte Heimat an.”

Netanjahu zeigte sich erfreut über das neue Parteimitglied: “Für mich ist Boogie der Soldat Nummer eins. Er bringt eine ethische Politik mit, die ich nur als das ‘Israel von einst’ bezeichnen kann.”

Bereits Gaza-Rückzug kritisiert

Ja´alon war drei Jahre lang Generalstabschef. Im Juni 2005 wurde seine Amtszeit trotz seiner Bereitschaft nicht um ein weiteres Jahr verlängert. Militärexperten spekulierten, der damalige Premierminister Ariel Scharon und Verteidigungsminister Schaul Mofas hätten im Hinblick auf die damals bevorstehenden Siedlungsräumungen im Gazastreifen ein Hindernis beseitigen wollen. Ja´alon hatte sich dagegen ausgesprochen, dass die Armee dazu benutzt würde, Juden zwangsweise aus ihren Häusern zu evakuieren.

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