EU-Parlamentssprecher trifft palästinensischen Außenminister

GAZA / JERUSALEM (inn) – Der Sprecher des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hat am Dienstag den Gazastreifen besucht. Bei einem Treffen bekundete der palästinensische Außenminister Siad Abu Amr die Bereitschaft zu einer Feuerpause mit Israel.

In seinem Büro in Gaza informierte der Minister seinen deutschen Gast über die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen im Gazastreifen. Er betonte, dass Israel die feindseligen Aktionen gegen Palästinenser einstellen müsse. Die EU forderte er auf, in der Nahostregion eine aktivere Rolle zu spielen, da sie auf internationaler Ebene großen Einfluss habe.

Abu Amr fügte hinzu, die Europäische Union solle ihre Bemühungen auf zwei Gebiete konzentrieren: die Besänftigung der innerpalästinensischen Auseinandersetzung und eine Wiederaufnahme der Waffenruhe mit Israel. Letztere solle sich auf den Gazastreifen und das Westjordanland erstrecken.

Pöttering sagte laut der palästinensischen Nachrichtenagentur „Ma´an“, eine neue Feuerpause sei notwendig. Israelis und Palästinenser müssten die Gewalt beenden. Die EU habe die Palästinenser immer unterstützt und werde dies noch erhöhen.

Treffen mit Angehörigen von Entführten

Zuvor hatte der europäische Parlamentssprecher Angehörige der entführten israelischen Soldaten Ehud Goldwasser, Eldad Regev und Gilad Schalit getroffen. Er äußerte sein Mitempfinden und die Hoffnung, dass er den Familien über die Solidarität hinaus helfen könne. Pöttering erzählte seine persönliche Geschichte. Sein Vater, den er nie kennen gelernt hatte, war aus dem Zweiten Weltkrieg nicht heimgekehrt. Zehn Jahre wartete die Mutter auf ihn, bis sie die Nachricht von seinem Tod erhielt.

Pöttering versprach, sich wegen Goldwasser und Regev an den libanesischen Parlamentspräsidenten Nabih Bari zu wenden. Er wolle ihn auffordern, aktiv zu werden, um Informationen über die Entführten zu erhalten und eine Freilassung zu erwirken. Nach eigenen Angaben will der CDU-Politiker verhindern, dass die israelischen Familien in eine ähnliche Lage kommen wie einst seine Mutter. Außerdem sicherte er zu, das Thema bei einem Treffen mit dem libanesischen Botschafter in Brüssel anzusprechen. Für Schalit wolle er beim Vorsitzenden der Autonomiebehörde, Mahmud Abbas, und anderen palästinensischen Vertretern eintreten.

Die Angehörigen der Verschleppten sagten gegenüber der Zeitung „Jediot Aharonot“, bei dem Treffen habe ein guter Geist geherrscht. „Wir sind sicher, dass diese Treffen und die Bitten, die wir in ihrem Verlauf aufkommen lassen, etwas bewegen können, auch wenn man keinen Augenblick vergessen darf, mit wem wir uns hier beschäftigen – einem sehr grausamen Feind“, so der Vater Schlomo Goldwasser.

„Wir haben ihm gesagt, dass das Rote Kreuz nicht genügend tut“, fügte er hinzu. „Wir stellen uns nicht vor, dass die Mitarbeiter zu unseren Söhnen gelangen können, aber wir würden erwarten, dass sie das fordern. Das ist schließlich eines der Ziele, mit denen diese Körperschaft gegründet wurde.“

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