Das Bezirksgericht Be‘er Scheva verfügte am Montag, dass die drei Israelis gegen Kaution von umgerechnet rund 10.000 Euro aus der Haft freikommen sollten. Damit widersprach es dem Magistratsgericht Aschkelon, das am Sonntag eine Untersuchungshaft bis Dienstag mit möglicher Verlängerung verhängt hatte. Dies meldet die Tageszeitung „Jerusalem Post“.
Anders als das Magistratsgericht vertrat die höhere Instanz die Ansicht, die Freilassung der Aktivisten werde den Ermittlungen nicht schaden. Zwar hätten sie wohl versucht, die Blockade zu brechen, es aber nicht geschafft. Der Realschaden für die israelische Sicherheit sei gering. Die Beschuldigten dürfen sich dem Gazastreifen bis höchstens 500 Meter nähern.
Einer der Israelis, Elasar Elhanan, kritisierte die israelische Marine. Diese habe exzessive Gewalt gegen die Passagiere des schwedischen Dreimasters ausgeübt, der unter finnischer Flagge segelt. Auf die „Estelle“ seien 15 Schiffe zugefahren. „15 bewaffnete Schiffe gegen ein kleines Zivilboot, das Spiele für die Kinder von Gaza transportierte. Als sie an Bord kamen und wir ihren Weg blockierten, wussten die Soldaten genau, wer ich war. Sie riefen auf Hebräisch: ‚Elhanan, Sie werden für Ihre Linksorientierung zahlen!‘ und benutzten die Elektroschockpistole, um mir elektrische Schocks zu versetzen.“ Aus der Armee hieß es hingegen, die Soldaten hätten bei der Enterung keine Gewalt angewendet.
Elhanan würde nach eigener Aussage wieder an einer solchen Aktion teilnehmen: „Wenn sie meinen, dass sie mich und meine Mitpassagiere abschrecken konnten, dann irren sie sich. Die Gaza-Blockade ist ein fortdauerndes Verbrechen und muss beendet werden. Wir werden den Kampf fortsetzen.“
Unter den ausländischen Aktivisten waren elf Schweden. Die anderen stammen aus Norwegen, Finnland, Griechenland, Spanien, Kanada und Italien. Zehn von ihnen wurden bislang ausgewiesen.
Die Armee hat nach eigenen Angaben keine Hilfsgüter auf der „Estelle“ gefunden.