Erstmals: Rabbi spricht vor Weltbischofssynode

ROM (inn) - Als erster Nichtchrist hat der Oberrabbiner von Haifa, Schear Jaschuv Cohen, am Montag eine Ansprache vor der Bischofssynode im Vatikan gehalten. In seiner Rede bezeichnete er die Einladung als Signal der Hoffnung und Botschaft der Koexistenz und des Friedens - zugleich bat er die Bischöfe um Hilfe gegen antisemitische Bedrohungen.

In seiner etwa 30-minütigen Rede sprach der Oberrabbiner unter anderem über die jüdischen Heiligen Schriften – die Torah und die Propheten. Zudem äußerte er sich schockiert über die "schrecklichen und dämonischen Worte" des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. "Die falschen und boshaften Anschuldigungen und die antisemitische Hetze haben in uns die schmerzhafte Erinnerung an die Tragödie unseres Volkes zurückgebracht – die Opfer des Holocaust. Wir hoffen und beten, dass dies nie wieder geschieht. … Wir hoffen, Ihre Hilfe als religiöse Führer zu erhalten – ebenso wie die Hilfe der gesamten freien Welt -, um Israel zu schützen, zu verteidigen und aus der Hand seiner Feinde zu retten", sagte Cohen laut der "Katholischen Nachrichtenagentur" (KNA).

Vor Journalisten sprach sich der Rabbiner am Montag zudem gegen eine Seligsprechung von Papst Pius XII. aus. Dieser habe während der Zeit des Faschismus und des Zweiten Weltkrieges seine Stimme nicht gegen den Holocaust erhoben, auch wenn er insgeheim zu helfen versucht habe.

Für seine Teilnahme an der Bischofssynode war Cohen von einigen Kollegen kritisiert worden. "Einige Rabbis meinen, dass der interreligiöse Dialog ein Weg ist, um die Juden zum Übertritt zum Christentum zu überreden. … Ich glaube aber nicht, dass dies der Fall ist", so der Oberrabbiner.

Die diesjährige Weltbischofssynode findet vom 5. bis zum 26. Oktober statt. Sie steht unter dem Motto: "Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche". Die Synode wird alle drei Jahre anberaumt und hat beratenden Charakter, Beschlüsse werden nicht gefasst.

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