Die israelische Landbehörde hat eine Fernsehwerbung der israelischen Baufirma „Be‘emunah“ als rassistisch eingestuft. Sie verunglimpfe Juden, die aus arabischen Ländern stammen, sogenannte Misrachim. Es ist das erste Mal, dass ein Unternehmen der Baubranche wegen derartiger Verstöße belangt wird. „Be‘emunah“ muss eine Strafe von umgerechnet 75.000 Euro zahlen.
Die im November 2015 ausgestrahlte Werbung zeigt eine hellhäutige Familie beim Anzünden der Channukka-Kerzen und beim Liedersingen. Das Idyll unterbrechen die lauten Nachbarn, die anklopfen, hereinstürmen, schlecht Hebräisch sprechen und auf der Chanukkia Marshmallows braten. Der Nachname der Friedensstörer lautet Abergil, ein typischer Name für Juden aus dem Nahen Osten. Eine Stimme im Hintergrund sagt: „Wollen Sie in Ihren eigenen vier Wänden wohnen? Wollen Sie angenehme Nachbarn? Dann kommen Sie zum Carmei-Gat-Projekt.“
Die Werbung stieß in Israel auf Kritik und wurde daraufhin abgesetzt und auch aus dem Internet herausgenommen. Im Dezember verklagte die „Vereinigung für Bürgerrechte in Israel“ (ACRI) die Baufirma beim Verwaltungsgericht und verlangte Sanktionen.