Eine erste Ladung mit mobilen Häusern wurde vom israelischen Verteidigungsministerium noch in der Nacht zum Mittwoch auf den Weg in die Türkei gebracht. Für den Transport wurde laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" ein Zivilflugzeug genutzt. Weitere Flugzeuge mit Hilfsmitteln sollen folgen. Noch ist unklar, ob auf den Transport mit Militärflugzeugen verzichtet wurde, weil die Regierung in Ankara diesen das Überfliegen der Türkei vor einigen Wochen verboten hatte.
In dem Bericht heißt es weiter, Generalstabschef Benny Gantz habe das Heimatschutzkommando noch am Sonntag angewiesen, alles für einen Hilfseinsatz in der Türkei vorzubereiten, obwohl die türkische Regierung zu diesem Zeitpunkt jede Hilfe aus Israel abgelehnt hatte.
Nachdem die Unterstützung nun doch angenommen wurde, warnte ein Vertreter aus dem israelischen Außenministerium davor, diesem Schritt diplomatische Bedeutung beizumessen. Die Reaktion aus Ankara zeige vielmehr, dass es sich um eine enorme humanitäre Tragödie und um wirkliche Hilfsbedürftigkeit handele.
Das Erdbeben vom Sonntag hatte eine Stärke von 7,2. Erschüttert wurde die mehrheitlich von Kurden bewohnte Provinz Van. Sie liegt im Südosten des Landes und grenzt an den Iran. Bis zum Dienstagabend war die Zahl der Toten auf 459 gestiegen. Zunächst hatte die türkische Regierung nur Hilfe aus Aserbaidschan und dem Iran akzeptiert.