Er bewahrte die Erinnerung gefallener Haredim-Soldaten

Der religiöse Soldat Jitzhak Dreksler erlitt im Jom-Kippur-Krieg schwerste Verbrennungen. Sein Leben lang setzte sich der nun Verstorbene dafür ein, dass ultra-orthodoxe Israelis Kriegsdienst leisten – und dass würdevoll an gefallene Soldaten erinnert wird.
Der kürzlich verstorbene Kriegsheld Jitzhak Dreksler bereitete mit seinem Einsatz den heutigen Weg für ultra-orthodoxe Soldaten im israelischen Militär

Foto: IDF, flickr

Der kürzlich verstorbene Kriegsheld Jitzhak Dreksler bereitete mit seinem Einsatz den heutigen Weg für ultra-orthodoxe Soldaten im israelischen Militär

TEL AVIV (inn) – Am Samstag ist ein besonderer israelischer Soldat verstorben: Der 67-jährige Jitzhak Dreksler, der im Jom-Kippur-Krieg 1973 verwundet wurde, widmete sein Leben dem Gedenken gefallener ultra-orthodoxer Soldaten. Auch war er trotz seiner schweren Brandverletzungen eine treibende Kraft, wenn es um den Kriegsdienst ultra-orthodoxer Israelis ging. Dreksler war der letzte mit einer Behinderung lebende Veteran des Jom-Kippur-Krieges.

Er diente laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ im Bataillon Nahal Haredi, das ausschließlich aus ultra-orthodoxen Soldaten besteht. Als Reservist war er Schütze in einem Centurion-Panzer. Während des Jom-Kippur-Krieges wurde der Panzer von einer Rakete in den Golanhöhen getroffen, wobei sich Dreksler anschließend selbst aus dem brennenden Panzer rettete. 70 Operationen und eine lange Rehabilitation waren nötig, um die Verbrennungen am ganzen Körper überhaupt zu verarzten.

Gesellschaft vergisst zu schnell

Der tief religiöse Soldat, der die Siedlung Immanuel mitgründete, wurde ein Kriegsheld. Seine letzten Jahre verbrachte er in der orthodox geprägten Stadt Elad. Dort widmete er sich dem Gedenken gefallener Haredim. In einem Interview mit „Yediot Aharonot“ betonte er, wie schnell und leicht die Schicksale der Soldaten doch aus den Augen der Öffentlichkeit und dem Bewusstsein der ultra-orthodoxen Gemeinschaft verschwänden.

Dieses Interview vor acht Jahren empfand Dreksler als einen seiner größten persönlichen Triumphe. Danach hätten Militär und Verteidigungsministerium umgehend eine Gedenkzeremonie für seine gefallenen Kameraden des Bataillons Nahal Haredi abgehalten. Dreksler half auch, ein weiteres ultra-orthodoxes Bataillon, Netzah Jehuda, mit aufzubauen und wurde nicht müde, Haredim zu ermutigen, sich für das Militär einzuschreiben und für Israel zu kämpfen.

Verteidigungsminister: Einer unserer Nationalhelden

„Dreksler war Schüler einer Jeschiva, der seine Studien und seine schwangere Frau zurückließ, um als Reservesoldat sein Land zu beschützen“, sagte Verteidigungsminister Avigdor Lieberman über Twitter: „Das sind unsere Nationalhelden, ich salutiere.“ In den vergangenen Wochen kämpfte Dreksler im Scheba-Krankenhaus in Tel Haschomer mit den Spätfolgen seiner Kriegsverletzungen – und erlag ihnen letztlich.

Von: mm

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