Entführung eines deutschen Immigranten: Unstimmigkeiten bei Darstellung

TEL AVIV (inn) - Weniger als drei Wochen nachdem die Polizei in Tel Aviv eine dramatische Entführung bekannt gegeben hat, werden Zweifel an den erschütternden Erzählungen des Opfers laut. Der deutsche Einwanderer Rafael Engel wird verdächtigt, seine Entführung nur vorgetäuscht zu haben, um mit dem Lösegeld seine Schulden zu bezahlen.

Engel hatte nach seiner Befreiung im Februar von Misshandlungen während der zweiwöchigen Gefangenschaft berichtet.

Wie jetzt bekannt wurde, hatte die Polizei in Deutschland vor Engels Ausreise nach Israel Ermittlungen gegen ihn und seinen Geschäftspartner Ron Greenbaum eingeleitet. Die beiden Männer führten eine Fachhandlung für Computer. Sie werden verdächtigt, ihre Lieferanten nicht entlohnt und bereits bezahlte Produkte nicht ausgeliefert zu haben. Als ihnen der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, machten sich die Männer einfach aus dem Staub. Ihre Schulden ließen sie zurück.

Eine These der israelischen Ermittler lautet nun, dass Greenbaum einer der Drahtzieher der Entführung gewesen sein könnte. Möglicherweise war dies ein Versuch, das Geld, das Engels ihm schuldete, zurückzuerpressen.

Die Tageszeitung „Ma´ariv“ hält dagegen ein anderes Szenario für wahrscheinlich. Aus zugespielten Dokumenten gehe hervor, dass Engel selbst hinter der Entführung stecken könnte. Erklärt wurde diese These damit, dass Engel seinen Vater dazu bewegen wollte, Geld von einem gemeinsamen Bankkonto zu überweisen. Dazu benötigte er jedoch die Unterschrift des Vaters.

Einer der zentralen Beweise für diese These ist laut der Internetseite von „Ma´ariv“, dass Engel und seine Kidnapper in einer Hotelanlage am Toten Meer gesehen wurden. Diese Behauptung wurde von Engels Vater nicht geleugnet.

Zuvor hatte der deutsche Einwanderer jedoch immer beteuert, dass er während seiner Gefangenschaft in Wohnungen in Jerusalem und Tel Aviv festgehalten worden sei. Er habe um sein Leben gefürchtet, so der Israeli.

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