Eli Wiesel erhält Präsidenten-Medaille für Lebenswerk

NEW YORK (inn) – Der israelische Staatspräsident Schimon Peres hat Eli Wiesel am Montag in New York für dessen Lebenswerk geehrt. Der Holocaust-Überlebende ist nun Träger der höchsten zivilen Auszeichnung des Staates Israel.
Eli Wiesel ist jetzt Träger der höchsten zivilen Auszeichnung Israels.

Foto: Schimon Peres Facebook

Eli Wiesel ist jetzt Träger der höchsten zivilen Auszeichnung Israels.

In einer Zeremonie erhielt Wiesel die Präsidenten-Medaille aus den Händen des israelischen Staatsoberhauptes. Im Beisein von Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Ron Prosor, des israelischen Generalkonsuls in New York, Ido Aharoni, sowie Wiesels Ehefrau würdigte Peres damit den Auschwitz-Überlebenden.
Wiesel habe mit „seinem einzigartigen und anhaltenden Beitrag zum Gedenken an das Holocaust-Vermächtnis“ die ganze Menschheit geprägt und „eine starke Botschaft des Friedens und der Menschenwürde auf der ganzen Welt“ ausgesendet, hieß es in der Eröffnungsrede der Zeremonie.
Peres bezeichnete es als „Ehre und Privileg“, Wiesel dafür auszuzeichnen, dass er die Erinnerung an den Holocaust in seiner langjährigen Arbeit aufrecht erhalten hat, berichtet der israelische Nachrichtendienst „Arutz Scheva“. Der Holocaust habe gezeigt, „dass Gleichgültigkeit genauso tödlich ist wie Waffen“, hieß es dazu auf der Facebook-Seite des Präsidenten. Wiesel bewahre die Welt vor Gleichgültigkeit.
Der Friedensnobelpreisträger halte „ein Fahne hoch, um Blutvergießen zu verhindern, gegen Rassismus und Antisemitismus anzukämpfen sowie Krieg abzuwenden“, sagte Peres bei der Zeremonie. Das persönliche Schicksal sei Wiesels Antrieb. Er habe die grausamsten Schrecken der Menschheitsgeschichte selbst durchgemacht. Als Überlebender des Holocaust habe er sein Leben der Verbreitung einer Botschaft gewidmet: „Nie wieder“.
Wiesel sei laut dem Bericht sichtlich ergriffen gewesen und habe dem Präsidenten für die Ehrung gedankt. Obwohl er nicht dort lebe, fühle er Israel in sich leben. „Ich glaube, dass das Leben nicht aus Jahren besteht, sondern aus vielen Momenten. Und in einem Moment wie diesem läuft dein gesamtes Leben vor deinem inneren Auge ab“, erklärte Wiesel laut „Arutz Scheva“.

Wider das Vergessen

Der im rumänischen Sighet geborene Wiesel war mit seiner Familie nach Auschwitz deportiert worden, hatte die Gräuel aber bis zur Befreiung des Lagers im Jahr 1944 überlebt. In den USA begann Wiesel nach dem Krieg, öffentlich für die Bewahrung des Andenkens an die Nazi-Verbrechen einzutreten. Er ermutigte auch andere Holocaust-Überlebende, Erfahrungen und Erlebtes weiterzugeben.
Wiesel, der 1963 die amerikanische Staatsbürgerschaft annahm, verfasste über 40 Bücher zu dem Thema und zählt laut „Arutz Scheva“ heute zu den bekanntesten Experten auf dem Gebiet weltweit. 1986 hatte er für seine Tätigkeit als Leiter der Holocaust-Kommission des amerikanischen Präsidenten zudem den Friedensnobelpreis erhalten.
Die Medaille wird auf Anregung des Staatspräsidenten an Einzelpersonen und Organisationen vergeben, die einen besonderen Beitrag für die israelische Gesellschaft oder Israels Image in der Welt geleistet haben. Auf dem Orden ist der Polarstern als Zeichen für den richtigen Weg zu sehen. Die Menorah symbolisiert die Erneuerung des Staates sowie die starke Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Aus der biblischen Geschichte über die Salbung Sauls zum König, der alle anderen Israeliten um Hauptes Länge überragte, stammt das Zitat: „die anderen weit überragend“ (1. Samuel 9,2). Es findet sich ebenfalls auf der Medaille.

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