Anlässlich des 10. Jahrestages seiner Inhaftierung hatte Barghuti an seine Unterstützer einen Brief verfasst. Darin schrieb er, die Erfahrung habe gezeigt, dass Israel für die Palästinenser kein Friedenspartner sei. Die "Intifada und der Widerstand" hätten Israel im Jahr 2005 dazu gezwungen, bedingungslos Siedlungen zu zerstören und sich aus dem Gazastreifen zurückzuziehen. Er forderte daher eine neue sogenannte Intifada gegen den jüdischen Staat. Laut der Tageszeitung "Jerusalem Post" werde das Schreiben von einigen Palästinensern als direkte Herausforderung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) gesehen.
Der hochrangige Fatah-Führer übte außerdem Kritik an der israelisch-palästinensischen Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit. Aufgabe der palästinensischen Sicherheitskräfte sei es, "die Sicherheit der Bürger und der Heimat zu gewährleisten und nicht die der Besatzung und der Siedlungen". Die PA sollte aufhören, die Illusion zu schüren, dass die Besatzung durch Verhandlungen gelöst werden könnte. Arabische und islamische Länder forderte Barghuti dazu auf, die Palästinenser bei ihren Bemühungen zu unterstützen, Israel zu boykottieren und zu isolieren. Er sprach sich gegen jegliche Normalisierung der Beziehungen zum jüdischen Staat aus.
Der Brief wurde während einer Veranstaltung in Ramallah laut vorgelesen. In dem Schreiben lobte der Fatah-Führer die Mitglieder der palästinensischen Gruppen Hamas, Fatah und Islamischer Dschihad, die für Terroranschläge gegen Israel verantwortlich sind. Er sei sehr stolz auf die Kommandeure des bewaffneten Flügels der Fatah, der Al-Aksa-Märtyrer-Brigaden, die von Israel während der zweiten Intifada getötet oder verhaftet wurden.
Barghuti forderte die PA zudem auf, die Korruption in den eigenen Reihen zu bekämpfen.