Eindeutige DNA-Ergebnisse trotz vermischter Proben

JERUSALEM (inn) - Ein neuer Durchbruch könnte die Kriminalforensik revolutionieren: Der israelische Wissenschaftler Ariel Davarsi kann die DNA eines Menschen auch dann bestimmen, wenn die vorliegende Probe nicht nur von einer Person stammt.

An der Hebräischen Universität in Jerusalem entwickelte Davarsi gemeinsam mit Lev Voskoboinik einen auf Molekularbiologie basierenden Chip zur Lokalisierung und Analyse von seltenen Basen-Paaren, berichtet der Nachrichtendienst "Israel21c". Auf diese Weise kann nachgewiesen werden, ob sich eine Person an einem Tatort aufgehalten hat, oder nicht.

Die bisher angewandte DNA-Analyse trug zwar bereits in zahlreichen brisanten Fällen zur Überführung von Tätern bei, dennoch wird diese Methode in weniger als einem Prozent aller Kriminalfälle benutzt. In einem von zehn Fällen ist eine Blutprobe mit anderen Substanzen vermischt und daher als Beweismittel vor Gericht nicht mehr zulässig, berichtet die Nachrichtendienst. Hinzu kommt, dass es bisher unmöglich gewesen ist, bei mehreren Quellen einer Probe durch die DNA-Analyse konkrete Tatsachen zu belegen. Auf diese Weise waren die Ergebnisse immer zweifelhaft.

Davarsi, der sich eigentlich mit Aspekten menschlicher Erkrankungen beschäftigt, wurde durch einen Vortrag seines späteren Doktoranden Voskoboinik auf das Thema aufmerksam. Dieser hatte sich während seiner Forschungsarbeit mit der Problematik der DNA-Analyse auseinander gesetzt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es für dieses Problem keine Lösung gibt, erzählte Davarsi dem Nachrichtendienst. Doch den Wissenschaftler hatte der Ehrgeiz gepackt, und gemeinsam mit Voskoboinik fand er eine Lösung.

Auch wenn Davarsi die Kosten pro Test auf circa 100 bis 200 Dollar schätzt, glaubt er fest daran, dass sich diese Methode durchsetzt und bald vor Gericht zulässig sein wird.

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