Ein Toter bei Massenprotest im Westjordanland

RAMALLAH (inn) – Tausende Palästinenser haben am Donnerstag im Westjordanland gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen demonstriert. Bei Zusammenstößen mit Soldaten wurde ein Palästinenser getötet. Dutzende wurden verletzt.
Am Kalandija-Checkpoint bei Jerusalem kam es zu gewaltvollen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

Die palästinensische Nachrichtenagentur „Ma‘an“ berichtet von mehr als 20.000 Palästinensern, die an einem Marsch teilnahmen. Dieser hatte in der Nähe der Stadt Ramallah begonnen und führte in Richtung Jerusalem.
Am Checkpoint Kalandija kam es zu gewaltvollen Auseinandersetzungen, als Palästinenser Reifen in Brand steckten sowie Steine und Molotowcocktails auf Soldaten warfen. Die Sicherheitskräfte reagierten unter anderem mit Tränengas und Gummigeschossen. Dabei wurde der 19-jährige Mohammed al-Aradsch getötet. Ein 27-jähriger Palästinenser wurde für klinisch tot erklärt. Laut palästinensischen Angaben erlitten mehr als 270 Menschen Verletzungen.
Unruhen gab es auch auf dem Tempelberg und in mehreren arabischen Stadtteilen Jerusalems.
Die radikal-islamische Hamas begrüßte die Proteste. Ein Sprecher der Gruppe teilte laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“ mit: „Das Westjordanland kämpft. Es ist wichtig, dass diese Proteste anhalten und sich über das gesamte Westjordanland verbreiten.“

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