Ein Militärschlag gegen den Iran scheint wahrscheinlich

Die Bewertungen zu den Atomgesprächen zwischen dem Iran und den USA fallen unterschiedlich aus. US-Präsident Trump lässt sich über die militärischen Optionen unterrichten.
Von Israelnetz
Kampfjet auf dem Flugzeugträger Abraham Lincoln: Mit Bildern dieser Art signalisieren die USA Kampfbereitschaft

GENF / JERUSALEM (inn) – Nach einer erneuten Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran am Donnerstag verdichten sich die Hinweise auf einen Militärschlag der USA. Die amerikanische Botschaft in Israel teilte am Freitag mit, dass das Außenministerium die Ausreise von Regierungsmitarbeitern und ihren Familien „aufgrund von Sicherheitsrisiken“ genehmigt hat.

Zur erneuten Verhandlungsrunde in Genf unter Vermittlung des Oman gibt es unterschiedliche Beurteilungen. Der iranische Außenminister Abbas Araktschi erklärte, die Beteiligten hätten „weitere Fortschritte“ erzielt. Es herrsche Einigkeit, dass es in weiteren Gesprächen um Detailfragen gehen müsse. In den kommenden Tagen würden sich zudem technische Experten in Wien zu Gesprächen treffen.

Vonseiten der USA waren unterschiedliche Einschätzungen zu hören. Ein Regierungsvertreter sprach von „positiven“ Gesprächen. Die Nachrichtenseite „Axios“ meldete hingegen, dass die Verhandler Steve Wittkoff und Jared Kushner vom Verlauf der Gespräche enttäuscht waren.

Weitreichende Forderungen

Die USA verlangen die Zerstörung der großen Atomanlagen Fordo, Natanz und Isfahan. Zudem müsse Teheran alles verbliebene angereicherte Uran in die USA bringen. Weiter bestehen die USA darauf, dass ein Deal kein Enddatum hat, sondern für unbefristete Zeit gültig ist.

Der Iran ist mit diesen Punkten nicht einverstanden. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ (WSJ) liegen die Verhandlungspartner bei Kernaspekten des angestrebten Abkommens noch weit auseinander.

Die USA hatten zuletzt auch darauf bestanden, dass der Iran keinerlei Anreicherungsfähigkeiten besitzt. Offenbar ist Washington aber dafür offen, Anreicherung in einer Anlage in Teheran zuzulassen. Laut WSJ wäre dort eine Anreicherung von bis zu 20 Prozent möglich; dieses Material lasse sich leicht weiter anreichern bis zur Waffentauglichkeit.

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Streitmacht in Stellung

US-Präsident Donald Trump (Republikaner) hat in der Vergangenheit einen Militärschlag angedroht, falls die Verhandlungen ergebnislos verlaufen. Die USA haben im Nahen Osten bereits eine große Streitmacht in Stellung gebracht. Laut Flugbeobachtungsseiten, die sich auf Radarangaben stützen, haben zuletzt zwei Dutzend Kampfflieger den Atlantik überquert.

Nach Angaben des WSJ befindet sich zudem eine Armada von zwölf Kampfschiffen in der Region. Der weltgrößte Flugzeugträger Gerald R. Ford befinde sich nach einem Stopp in Kreta auf dem Weg ins östliche Mittelmeer.

Das für die Nahost-Region zuständige US-Kommando (CENTCOM) hat Trump am Donnerstag über die Optionen eines Militärschlags unterrichtet. Bei der Diskussion war nach Angaben der israelischen Zeitung „Jerusalem Post“ auch Dan Caine vertreten, der Vorsitzende des Generalstabs der amerikanischen Streitkräfte.

Die Terrormiliz Hisbollah erklärte bereits am Mittwoch, sie werde nicht einschreiten, falls es nur einen „begrenzten“ Angriff der USA auf den Iran gibt. Eine „rote Linie“ wäre hingegen der Versuch, Ajatollah Ali Chamenei zu töten oder das Regime zu stürzen, sagte ein Hisbollah-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Trump-Berater: Erst Israel, dann USA

Nach Ansicht einiger hochrangiger Berater der Trump-Regierung sollten die USA Israel einen möglichen Erstschlag überlassen. Ein Eingreifen des US-Militärs sollte erst dann erfolgen, wenn der Iran reagiert. Das berichtet das Magazin „Politico“ am Mittwoch unter Berufung von Personen, die an den Diskussionen beteiligt sind.

Dahinter steckt nach Einschätzung des Magazins politisches Kalkül: Die amerikanischen Wähler würden einen militärischen Konflikt mit dem Iran akzeptabler finden, wenn die USA oder ein Verbündeter angegriffen würden.

US-Vizepräsident JD Vance (Republikaner) erklärte indes, dass ein Schlag gegen den Iran keinen langen Krieg ohne Aussicht auf ein Ende bedeuten würde. Er selbst ziehe eine Verhandlungslösung vor, erklärte er in einem am Donnerstag erschienenen Interview der „Washington Post“. Alles hänge jedoch davon ab, was die Iraner sagen und tun.

Vorkehrungen in Israel

In Israel herrscht eine grundlegende Alarmbereitschaft vor, die allerdings schon länger anhält. Eine Warnung vor einem Konflikt haben die Behörden bislang nicht verbreitet.

Die Knesset befasste sich mit den Vorkehrungen bei einem möglichen Angriffen. Ein Vertreter des Bildungsministeriums erklärte in der Sitzung, in den ersten Tagen eines Notfalls würde Israel die Schulen schließen. Eltern und Schüler wären emotional dann ohnehin nicht in der Lage, sich mit dem Lernen zu befassen. Erst nach einigen Tagen sei ein Übergang zu Fernunterricht geboten, wobei die Vorgaben des Heimatschutzkommandos immer Priorität hätten. (df)

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11 Antworten

  1. Ich glaube auch, dass es einen Militärschlag geben wird, was die Probleme jedoch für Israel und die Nationen nicht einfacher machen wird.
    Der Hass und die Feindschaft gegen Israel werden weltweit weiter ansteigen.
    Lieber Gruß Martin

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  2. Den Mullahs darf man nicht trauen. Niemals. Wie sehr wünsche ich mir Freiheit
    für das persische/iranische Volk. ADONAI,
    beschütze unsere Völker vor dem Grauen vom Islamisten und Religionsführern.

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  3. Ich wünsche der IDF u. der US-Army viel Erfolg für einen möglichen Militärschlag gegen den Iran.
    Sämtliche Details vorher vermag ich nicht zu beurteilen, aber Gott wird auf Israelischer Seite kämpfen, Mullahs werden ihr Ende erleben…
    Ich wünsche der Bevölkerung im Iran einen Regimewechsel.

    7
  4. Israel sollte hübsch die Füße stillhalten und sich nicht wieder zum Sündenbock und Auslöser einer noch höheren Welle von Antisemitismus machen oder machen lassen ,
    solange es nicht angegriffen wird.
    Natürlich wäre ein gründlicher Abwasch dort auch in Israels Interesse, ohne Frage, und früher oder später wird es ohnehin dazu kommen. Aber diese Tour, die Juden vorzuschicken, um dann umso härter zurück zu schlagen, hinterlässt einen sehr unkoscheren Geschmack auf meiner Zunge. Es hat was schmutziges ,trumpiges an sich.
    Wenn Donnie also Krieg spielen will, soll Er , dann ist das sein Ding, aber nicht den kleinen Freund vorschicken, um die zweifellos erfolgende verbale Prügel zu kassieren. Israel kann dann einsteigen, wenn es von den wild um sich hauenden Mullahs attackiert wird, aber nicht früher.
    SHALOM

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    1. Das ist auch mein Problem. Israel soll den Erstschlag machen und ist dann schuld. Kennen wir von 1956 schon. Damals haben Frankreich und Großbritanien Israel genötigt und sind erst danach dazu gestoßen. Und heute wird Israel die Schuld dafür gegeben. Ich hoffe auch, dass Netanjahu nein sagt. Trump hat gesagt Hilfe ist unterwegs, dann soll er sein Versprechen auch umsetzen.

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  5. Die US-Regierung möchte Israel als Köder benutzen, für die Zwischenwahlen ist es halt besser, wenn ein paar Israelis sterben als amerikanische Soldaten zum Beispiel auf einem Flugzeugträger . Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

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  6. US-Vizepräsident JD Vance, bester Vizepräsident von allen, sagt: ein Schlag gegen den Iran wird kein langer Krieg ohne Aussicht auf ein Ende bedeuten. Hat er Recht? Ja.

    1
  7. Ich bin auch der Meinung, dass es nicht um „ob“ geht, sondern um“wann“ und „wie“.
    In Israel wird der Iron Dome getestet, Krankenhäuser verlegen ihre Patienten unterirdisch und man ist jederzeit auf der Hut. Die Amerikaner trauen den Iranern nicht, raten ihren Botschaftern zur Ausreise und lassen eine Amada von Kriegsschiffen auflaufen, dass es nur so kracht. Araghtschi spricht von übertriebenen Forderungen und gleichzeitig von fortschrittlichen Gesprächen, das übliche ‚wir lassen uns nichts aufzwingen‘. Hisbollah und Jemen bringen sich in Stellung. Mir wird ganz mulmig dabei, aber irgendwann muss dieses Affentheater auch mal vorbei sein. Iran hatte seine Chance, es ist den Mullahs nicht beizukommen. Ich hoffe, es geht schnell.🙏🇮🇱🇮🇷

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    1. @ Ella, mir ist auch ganz mulmig. Meine Nerven sind angespannt wie ein Flitzebogen. Der 12Tage-Krieg ist noch einigermaßen glimpflich ausgegangen. Aber, jetzt könnte es eine ganz andere Nummer werden. Hoffentlich nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

      Auch das amerikanische Botschaftspersonal, das in Israel ist und nicht unbedingt gebraucht wird, ist aufgefordert worden, noch heute nebst Familienmitgliedern das Land zu verlassen.

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  8. Shalom,-Albert Nola@-Vance hat nicht Recht.Dieser Krieg und vor allem seine Folgen werden Jahre dauern.Und die Mullahs wären immer noch an der Regierung.Das ist wie mit HAMAS-es ist eine Ideologie!Zudem darf Israel auf keinen Fall zuerst angreifen.Dies wäre ein grosser Fehler,denn Iran hat immer noch sehr viele und tödliche Waffen.Zudem ist Israel im Moment nicht genug gerüstet für einen längeren Krieg.Es fehlt an Abwehrwaffen.Die Lager sind leer.(Erhalt der Nachricht aus sicherer Quelle in Israel)Die Amis sollen machen was sie wollen aber nicht mit Israel!!! Shabbat Shalom an Redaktion und alle Israelfreunde. Jerusalem

    9
    1. Nein, lieber Jerusalem, wenn die USA richtig zuschlagen, werden die Mullahs fallen, denn die iranische Bevölkerung ist mehrheitlich gegen sie, anders als in Gaza, wo die HAMAS-Ideologie 100% geteilt wird.
      Wenn die USA das allein stemmen, umso besser.

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