Die Entscheidung stützt sich auf einen Bericht des Goldberg-Komittees, dem der frühere Richter am Obersten Gerichtshof Elieser Goldberg vorsitzt. Dieser hält die gegenwärtige Situation für „untragbar“: Bislang nutzten das israelische Staatsoberhaupt und der Regierungschef für ihre Auslandsbesuche gecharterte Flugzeuge der israelischen Luftlinie „El Al“ oder Linienflüge. Während eines solchen Fluges sei es jedoch unmöglich, die Kommunikation mit Israel aufrecht zu erhalten, monierte Goldberg laut dem israelischen Wirtschaftsmagazin „Globes“. Auch fehle es an Verteidigungssystemen, so dass gewisse Länder nicht angesteuert werden könnten.
Um diesen Problemen zu begegnen, empfahl das Komitee die Anschaffung einer gebrauchten Boeing 767, die sich mit den notwendigen technischen Systemen nachrüsten lässt. Das dafür zur Verfügung stehende Budget soll sich auf umgerechnet 50,4 Millionen Euro belaufen.
Goldberg bemängelte in seinem Bericht auch den Zustand von Residenz und Büro des Premierministers. Beide Einrichtungen entsprächen nicht den Sicherheitsanforderungen. Das Komitee empfahl einen Neubau – entweder zwei benachbarte Gebäude oder einen Gebäudekomplex, in dem Residenz und Büro untergebracht sind.
Bei der Entscheidung des Kabinetts stimmten alle sechs Minister der Partei „Jesch Atid“, darunter der Parteivorsitzende und Finanzminister Jair Lapid, gegen die Empfehlung Goldbergs. Neben Premierminister Benjamin Netanjahu besteht das Kabinett aus 22 Ministern. Der Minister für Wohnungsbau, Uri Ariel, enthielt sich.