Eilat: Kurz vor Anschlag fuhr Attentäter bei Israeli als Anhalter mit

EILAT (inn) – Ein israelischer Autofahrer hat den Attentäter kurz vor dem Anschlag in Eilat am Montag als Anhalter mitgenommen. Er schöpfte Verdacht und alarmierte die Polizei, sobald der Palästinenser ausgestiegen war – doch der Anruf kam zu spät.

Jossi Woltinsky, ein Oberstleutnant der Reserve, war am Montagmorgen auf seinem täglichen Weg zum Sporthotel in Eilat. Dabei hielt er Ausschau nach Angestellten, die ihre Fahrgelegenheit zum Hotel verpasst hatten. “Ich identifizierte einen Mann, den ich für einen der Hotelmitarbeiter hielt”, berichtete der Israeli gegenüber der Zeitung “Jediot Aharonot”. “Sobald er in das Auto gestiegen war, spürte ich, dass es ein Problem gab. Ich fragte ihn, wo er hinwollte, und er zeigte auf das Stadtzentrum. Zuerst löste ich meinen Sicherheitsgurt, falls er mich angreifen sollte.”

Daraufhin nahm der Israeli die Umgehungsstraße, um Wohngebiete zu meiden. Doch der Araber bedeutete ihm “in einer bedrohlichen Weise, innerhalb der Stadt zu fahren”, sagte Woltinsky. “In diesem Moment hielt ich mitten auf der Straße an. Ich bereitete mich darauf vor, zu springen. An dieser Kreuzung forderte ich ihn auf, auszusteigen.” Er habe seinem Mitfahrer erklärt, dass er geradeaus gehen müsse, um in die Stadt zu gelangen. Dabei wies er ihm einen Weg, der durch eine unbewohnte Gegend führte.

Woltinsky rief die Polizei an und versuchte, den Verdächtigen in seinem Fahrzeug zu verfolgen. Doch dieser rannte los und sprengte sich etwa sieben Minuten nach dem Telefongespräch in einer Bäckerei in die Luft. Nach dem Anschlag erkannte der Israeli in dem Selbstmordattentäter seinen Mitfahrer.

Opfer identifiziert

Unterdessen wurden die Namen der drei Opfer des Anschlags bekannt gegeben. Es handelt sich um Emil el-Maliach (32), Michael Ben Sadon (27) und Jisrael Samolia (25). El-Maliach und Ben Sadon waren gemeinsam die Besitzer der Bäckerei, Samolia arbeitete für sie. Er war ein Einwanderer aus Peru. Seine Familie lebt in Miami. El-Maliach hinterlässt seine Ehefrau und einen acht Monate alten Sohn, Ben Sadon ebenfalls seine Gattin und zwei Töchter im Alter von zwei und vier Jahren.

“Anschlag sollte interne Kämpfe beenden”

Die Terrorgruppe Dschihad al-Islami teilte mit, das Attentat habe den innerpalästinensischen Kämpfen ein Ende setzen sollen. “Der flammende Ball” habe auf das israelische Spielfeld geworfen werden sollen, sagte der Sprecher Sijad al-Nachaleh laut der palästinensischen Nachrichtenagentur “Ma´an”. Widerstand sei die einzige Wahl für das palästinensische Volk. Solche Bombenangriffe würden zum “Herzen Israels” zurückkehren.

Der israelische Minister für Öffentliche Sicherheit, Avi Dichter, äußerte am Montagnachmittag in Eilat die Ansicht, der Attentäter sei vom Gazastreifen aus über die ägyptische Sinaihalbinsel in die südisraelische Stadt gelangt. Der Dschihad al-Islami hat hingegen mitgeteilt, der 21-jährige Palästinenser sei vom Westjordanland aus nach Jordanien geschmuggelt worden und von dort nach Israel eingereist. Eilat befindet sich zwischen den beiden arabischen Ländern. Es war das erste Selbstmordattentat überhaupt in der Stadt am Roten Meer.

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