Ehemaliger Schass-Chef Jischai tritt mit neuer Partei an

JERUSALEM (inn) – Der langjährige Vorsitzende der ultra-orthodoxen Schass, Eli Jischai, hat eine neue Partei gegründet. Sie solle zunächst „Maran“ heißen – das war der Ehrentitel des 2013 verstorbenen geistlichen Schass-Führers Rabbi Ovadia Josef.
Der ehemalige Innenminister Jischai hat der Schass-Partei den Rücken gekehrt.
Jischai stand 14 Jahre an der Spitze der sephardischen Partei und war von 2001 bis 2003 israelischer Innenminister. Doch 2002 wurde Arjeh Deri aus der Haft entlassen, nachdem er eine Freiheitsstrafe wegen Bestechungsvorwürfen abgesessen hatte. In der Schass lief er daraufhin Jischai den Rang ab und übernahm den Vorsitz. In den vergangenen Tagen wurde spekuliert, dass der an die zweite Stelle verdrängte Politiker mit Wohnungsbauminister Uri Ariel eine neue Partei gründen wolle. Dieser gehört der Fraktion „Tekumah“ innerhalb der Partei „Jüdisches Haus“ von Wirtschaftsminister Naftali Bennett an. Seit dem Tod des geistlichen Führers Rabbi Ovadia Josef im Oktober 2013 haben sich die Beziehungen zwischen Jischai und Deri zusehends verschlechtert. Für das vergangene Wochenende war ein Versöhnungstreffen angesetzt, das jedoch auf Geheiß des rabbinischen Rates der Schass in letzter Minute abgesagt wurde. Deri wirft Jischai vor, er habe es nicht mehr ertragen, nur noch die Nummer 2 zu sein. Am Sonntagabend berichtete der israelische Fernsehsender „Kanal 2“, Jischai habe seine neue Partei „Maran“ bereits bei den Wahlbehörden registrieren lassen. Mit dem Namen wolle er an Rabbi Ovadia Josef erinnern, welcher der Schass seinen theologischen Stempel aufgedrückt hatte. Wenn Ariel sich entschließe, der unabhängigen Liste beizutreten, werde der Name in „Jahad“ geändert – dieses hebräische Wort heißt „gemeinsam“.

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