Drei Palästinenser wegen Schussattentat angeklagt

HEBRON (inn) - Israels Inlandsgeheimdienst Schabak hat in Zusammenarbeit mit der Armee drei Mitglieder einer Terrorzelle verhaftet, die für ein Schussattentat auf ein israelisches Paar im September bei Hebron verantwortlich gemacht werden. Die Männer gehören der extremistischen Organisation "Abu Musa" an.

Den Palästinensern wird vorgeworfen, wenige Stunden vor dem offiziellen Ende des zehnmonatigen israelischen Siedlungsbaustopps Ende September mehrere Schüsse auf ein israelisches Fahrzeug abgegeben zu haben. Bei dem Angriff nahe der Siedlung Teneh Omarim bei Hebron im Westjordanland waren eine hochschwangere Frau mittelschwer und ihr Ehemann leicht verwundet worden. Die Israelin brachte kurze Zeit nach dem Attentat ein gesundes Kind zur Welt.

Wie die Armee am Mittwoch auf ihrer Internetseite berichtet, wurden die Palästinenser bereits Anfang Oktober verhaftet. Sie hätten die Verantwortung für den Anschlag übernommen und die Planung weiterer Attentate zugegeben. Zudem bestätigten sie, Mitglieder für die Terror-Gruppe "Abu Musa" rekrutiert zu haben. Die israelischen Sicherheitskräfte stellten bei der Verhaftung Waffen und große Mengen an Munition sicher.

Bei den mutmaßlichen Terroristen handelt es sich um Nabil Halil Hareb, Sameh Salem Saruh und Mahmad Nasrallah. Hareb soll im Jahr 1979 im Alter von 15 Jahren von der Fatah rekrutiert worden sein. Unter anderem habe er ein militärisches Training im Libanon und in Syrien absolviert. Ein Kommandeur der "Abu Musa"-Gruppe aus Jordanien habe ihn schließlich mit der Durchführung eines Anschlages beauftragt. Um Munition zu kaufen, habe er rund 25.000 Dollar erhalten. Außerdem habe er Sameh Salem Saruh für die Organisation rekrutiert. Dieser habe die Munition gekauft und schließlich Mahmad Nasrallah rekrutiert. Beide hätten dann das beim Anschlag benutzte Fahrzeug gekauft und die Umgebung ausgekundschaftet.

Der Armee zufolge gaben die Männer bei ihrer Befragung an, weitere Anschläge geplant zu haben. Unter anderem hätten sie damit begonnen, einen israelischen Zivilisten ins Visier zu nehmen, der öfters den palästinischen Ort Daharia besuche. Ursprünglich hätten sie den Mann entführen wollen, später hätten sie jedoch beschlossen, ihn zu erschießen. Im Rahmen des Verhörs führten die Palästinenser die israelischen Kräfte zu ihrem Waffenversteck. Darin befanden sich unter anderem zwei M-16-Gewehre, eines davon wurde bei dem Anschlag im September benutzt. Hinzu kamen Munition, eine Pistole mit Schalldämpfer, Nachtsichtausrüstung und ein improvisierter Sprengsatz.

Gegen die drei Palästinenser wurde Klage bei einem Militärgericht erhoben.

Die Organisation "Abu Musa" ist auch unter dem Namen "Fatah al-Intifada" bekannt. Sie hat nichts mit der Fatah-Partei des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas zu tun. Allerdings gehörten die ersten Mitglieder der bekannteren Fatah an und spalteten sich 1983 von ihr ab. Grund waren Differenzen zwischen Said al-Muragha (Kampfname Abu Musa) und dem verstorbenen Palästinenserführer Jasser Arafat. Abu Musa gründete daraufhin mit syrischer Unterstützung die "Fatah al-Intifada". Im Jahr 2006 spaltete sich von ihr die radikal-islamische Gruppe "Fatah al-Islam" ab.

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