„Dieses Jahr können wir nicht miteinander weinen“

Israel gedenkt am Jom HaSikaron der Gefallenen und Terror-Opfer. Ausgerechnet an diesem besonderen Tag verübt ein Palästinenser in Kfar Saba einen Messerangriff auf eine 62-jährige Israelin.
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Vor Beginn des Gedenktages war es noch möglich, die Gräber der Hinterbliebenen zu besuchen

Foto: GPO/Haim Zach

Vor Beginn des Gedenktages war es noch möglich, die Gräber der Hinterbliebenen zu besuchen

JERUSALEM (inn) – Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am Montagabend der Gefallenen und Terror-Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung zum Jom HaSikaron an der Klagemauer sagte er in Anlehnung an ein Gedicht von Avraham Chalvi (1904–1980), im Gedenken würden die Opfer lebendig, auch wenn es schmerzt, dass sie nicht mehr anwesend sind.

Rivlin ergänzte, das israelische Bundesversprechen sei es, im Schweiße des Angesichts ein lebenswertes Leben zu schaffen, in Frieden und Sicherheit für die Kinder, und sie um jeden Preis nach Hause zu holen, auch wenn sie nicht von der Schlacht zurückkehren. Mit Blick auf die besonderen Umstände des Coronavirus sagte Rivlin weiter: „Dieses Jahr können wir nicht miteinander weinen, dieses Jahr können wir nicht einander in die Augen schauen, aber wir erinnern uns an diese beiden Versprechen. Und wir fühlen in vollem Umfang, auch in diesem Jahr, den unermesslichen Preis, den wir zahlen müssen, um diese Versprechen zu halten.“

Reduzierte Zeremonien

Der Jom HaSikaron begann am Montagabend. Um 20 Uhr Ortszeit tönten eine Minute lang die Sirenen.

Der Gedenktag dauert bis Dienstagabend, dem Beginn des Unabhängigkeitstages. Israel beklagt 23.816 Gefallene und Terror-Opfer. Die Zählung beginnt im Jahr 1860, als Jerusalemer Juden begannen, außerhalb der Stadtmauern Wohngebiete zu errichten. Im vergangenen Jahreszeitraum sind 75 Tote hinzugekommen, darunter auch frühere Armeeangehörige, die ihren Verletzungen infolge von Kampfhandlungen erlegen sind.

In diesem Jahr begehen die Israelis den Gedenktag wegen des Coronavirus unter besonderen Umständen. Der Besuch der Gräber in den Militärfriedhöfen des Landes ist untersagt; vor Beginn konnten die Angehörigen die Gräber noch aufsuchen. Die zentrale Gedenkfeier auf dem Herzlberg fand nur eingeschränkt statt. Der israelische Premier Benjamin Netanjahu sandte seine Botschaft per Video. Darin betonte er, die „entschiedene Politik gegen diejenigen, die uns schaden, verhindert neue Opfer“. Die Zahl der hinzugekommen Opfer sei mit 75 so gering wie noch nie seit Gründung des Staates im Jahr 1948. Netanjahu versprach, sich weiter um die Rückkehr der im Gazastreifen vermissten israelischen Soldaten und Zivilisten zu bemühen.

Der Gedenktag hielt einen 19-jährigen Palästinenser indes nicht davon ab, in Kfar Saba einen Messerangriff auf eine 62-jährige Israelin zu verüben. Das Opfer erlitt laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ mittlere bis schwere Verletzungen und kam ins örtliche Krankenhaus. Ein bewaffneter Israeli, der den Angriff zufällig sah, schoss auf den Täter. Dieser trug leichte Verletzungen davon und kam in ein israelisches Krankenhaus. Nach ersten Erkenntnissen stammt er aus der Autonomiestadt Tulkarm.

Von: df

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