„Deutsche sollen am Al-Quds-Tag Kippa tragen“

Der Antisemitismusbeauftragte Klein fordert deutsche Bürger auf, aus Solidarität am Samstag Kippa zu tragen. Es geht ihm dabei vor allem um ein Zeichen gegen die Demonstrationen zum Al-Quds-Tag in Berlin.
Menschen mit Kippa bei einer Kundgebung in Berlin

Foto: Christina Bachmann

Menschen mit Kippa bei einer Kundgebung in Berlin

BERLIN (inn) – Zum Al-Quds-Tag am Samstag sollen deutsche Bürger Kippa tragen. Das fordert der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein. Der internationale Al-Quds-Tag wurde Ende der 1970er-Jahre vom iranischen Revolutionsführer Ajatollah Chomeini gestartet, um für die „Befreiung Jerusalems von den zionistischen Besatzern“ zu demonstrieren. Die Bürger sollen laut Klein mit der religiösen Kopfbedeckung an diesem Tag ein Zeichen der Solidarität setzen, an dem in Berlin „wieder in unerträglicher Weise gegen Israel und Juden gehetzt wird“.

Der Antisemitismusbeauftragte rief zur Teilnahme an Gegendemonstrationen in der deutschen Hauptstadt auf: „Wenn Politik und Gesellschaft mit vereinten Kräften gegen Antisemitismus vorgehen, dann haben wir eine echte Chance, diesen Kampf zu gewinnen.“ In der Vergangenheit war es am Al-Quds-Tag immer wieder auch zu antisemitischen Hassparolen gekommen.

Klein hatte am Wochenende für Aufregung gesorgt, weil er Juden warnte, „nicht jederzeit und überall in Deutschland“ eine Kippa zu tragen. Die Aussage kritisierte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin am Sonntag. „Diese Kapitulation zeigt, dass Juden auf deutschem Boden wieder nicht sicher sind“, sagte Rivlin. Die Verantwortung für Frieden, Sicherheit und Freiheit der jüdischen Bevölkerung liege auf den Schultern der Regierung und der Vollzugsbehörden in Deutschland. Auch der israelische Botschafter in Berlin, Jeremy Issacharoff, kritisierte die Warnung.

Von: mm

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