NEW YORK / JERUSALEM (inn) – Der einen Monat andauernde Krieg mit der Hisbollah hat der Industrie in Nordisrael finanziellen Schaden in Höhe von 828 Millionen Euro zugefügt. Das Ende der Kampfhandlungen zeigte sofort Reaktionen an der New Yorker Wall Street.
Das Bruttoinlandsprodukt könne wegen des Krieges um 1,9 Prozent (2 Milliarden Euro)
gesunken sein, schätzte die israelische Herstellervereinigung am Montag. Ursache seien zum einen direkte Einbußen durch Ausfälle in der Produktion und zum anderen Einbrüche im Tourismus.
An der New Yorker Wall Street freute man sich über den Waffenstillstand vom Montag. Der Ölpreis gab als Reaktion auf die Waffenruhe um mehr als einen Dollar nach. Der Preis für ein Barrel lag am Montag um 1,75 Dollar niedriger als vor einem Monat zu Beginn der Kämpfe. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte legte am Montag um 0,9 Prozent beziehungsweise 98 auf 11.186 Punkte zu. Um 1,5 Prozent oder 31 Punkte auf 2.089 zog der Nasdaq-Composite an.
Eisenbahn fährt wieder
Die Eisenbahn in Israel hat am Dienstag ihren Dienst zwischen den Städten Haifa und Naharija wieder aufgenommen. Die Bahnhöfe von Akko und Naharija mussten repariert werden, weil sie von Raketen der Hisbollah beschädigt worden waren. Flüchtlinge aus dem Norden des Landes, die in ihre Häuser zurückkehren, können Busse und Bahn zwischen Dienstagmorgen und Freitagabend kostenlos benutzen.
Sieg – für wen?
Den Waffenstillstand bezeichnete derweil das US-Außenministerium als strategischen Rückschlag für den Iran und Syrien. Denn er stärke die Demokratie in Libanon und stabilisiere die Grenze zu Israel. „Die Hisbollah wird sich nicht mehr frei im Süden des Libanon bewegen können“, sagte der Sprecher des Ministeriums, Sean McCormack, am Montag. „Der Iran und Syrien haben nicht mehr die Möglichkeit, die Hisbollah zu bewaffnen.“
Der Führer der Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, sagte am Montag, seine Kämpfer hätten einen „strategischen, historischen Sieg“ gegen Israel erreicht. Der Montag, an dem die UNO eine Resolution zum Krieg verabschiedete, sei „ein großer Tag“ für die Hisbollah, so Nasrallah im eigenen Fernsehsender Al-Manar.
Israels Premier Ehud Olmert sprach am Montag erstmals seit der Waffenruhe vor der Knesset. Er als Premierminister übernehme die volle Verantwortung für die vier Woche andauernden Kämpfe, so Olmert. Er versprach, die Hisbollah auch weiterhin „überall und jederzeit“ zu bekämpfen, wo es notwendig sei. „Wir haben nicht die Absicht, irgendwen um Erlaubnis zu fragen.“ Durch den Krieg sei die Hisbollah der Möglichkeit beraubt, einen „Staat im Staate“ zu errichten.
Der ehemalige Premierminister Benjamin Netanjahu sagte, wenn Israel eine Lektion aus dem vergangenen Monat gelernt habe, dann diese: „Die Doktrin von einseitigen Rückzügen hat sich als Fehler herausgestellt. Wir haben den Libanon bis zum letzten Zentimeter verlassen, und sie feuern. Wir haben Gaza bis zum letzten Zentimeter verlassen, und sie feuern.“ Jedes Mal, wenn Israel die Waffen niederlege, nutze der Feind die Chance und greife zu den Waffen.