SACHNIN (inn) – Zehntausende israelische Araber sind am Donnerstag wegen der hohen Verbrechensquote in ihren Reihen auf die Straßen gegangen. Bei der Demonstration in der nordisraelischen Stadt Sachnin forderten sie einen stärkeren Einsatz der Polizei gegen die Gewalt. Nach Angaben der Organisatoren kamen 100.000 Menschen zu dem Protestzug.
Das Problem der innerarabischen Gewalt hat sich in den vergangenen Jahren immer weiter verschärft. Im Jahr 2025 wurde eine Rekordzahl von 252 Arabern getötet. Auch die Zahl der getöteten Frauen lag mit 23 bei einem neuen Rekordwert. Beim Großteil der Getöteten handelt es sich um junge Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.
Araber machen etwa 25 Prozent der israelischen Bevölkerung aus, doch 80 Prozent der tödlichen Gewaltverbrechen gehen auf ihr Konto. Meist trifft es Araber, die selbst in Kriminalität verwickelt waren. Doch oft sind auch Unschuldige betroffen, die auf der Straße ins Kreuzfeuer geraten. In manchen Ortschaften haben Eltern Bedenken, ihre Kinder alleine zur Schule zu gehen zu lassen.
Generalstreik ausgerufen
Zu dem Protestzug in Sachnin kamen die Menschen auch aus anderen Ortschaften im Norden. Das Arabische Hohe Komitee – ein Dachverband, der die arabischen Israelis repräsentiert – hatte für den Donnerstag einen Generalstreik ausgerufen. In Sachnin begann der Streik bereits am Dienstag, als Ladenbesitzer ihre Geschäfte aus Protest gegen die fast täglichen Schießereien schlossen.
Parallel zu den Städten im Norden traten auch beduinische Ortschaften im Süden in einen Generalstreik. Die Demonstration in Rahat fiel laut der Nachrichtenseite „Times of Israel“ aber kleiner aus als in Sachnin.
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Vernachlässigung beklagt
Der Unmut der Demonstranten richtet sich unter anderen gegen Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir. Sie werfen dem Chef der Partei Jüdische Stärke vor, das Thema zu vernachlässigen. Mit dem Streik wollen sie die Regierung auf die Zustände aufmerksam machen.
Die Statistik scheint die Behauptung zu bestätigen: Im Jahr 2022 lag die Zahl der Getöteten bei 116, im Jahr 2023 – dem ersten Jahr mit Ben-Gvir als Sicherheitsminister – stieg sie auf 245, mehr als das Doppelte. Im Jahr 2017 waren noch 67 Getötete zu beklagen.
Ben-Gvir warf in einer Reaktion auf die Proteste der arabischen Bevölkerung jedoch Inkonsequenz vor. Einerseits beklagten sie die Gewaltwelle, andererseits wehrten sie sich gegen jegliche Polizeiaktionen in ihren Städten. Auch bei den zuletzt vorgenommenen Razzien in den beduinischen Städten sei die Polizei auf Widerstand der Bevölkerung gestoßen.
Arabische Parteien wieder vereint
Indes beschlossen vier arabische Parteien im Lichte der Proteste, bei den im Herbst anstehenden Knessetwahlen wieder gemeinsam als „Vereinigte Liste“ anzutreten. Die Parteichefs von Balad, Chadasch, Ra’am und Ta’al unterzeichneten am Donnerstag eine entsprechende Absichtserklärung.
Das Bündnis bestand bereits zwischen 2015 und 2022. Die beteiligten Parteien sind ideologisch sehr verschieden: Das Spektrum reicht von kommunistisch (Chadasch) über säkular-nationalistisch (Balad, Ta’al) bis muslimisch-konservativ (Ra’am). Bis auf Balad sind alle in der Knesset vertreten. (df)
16 Antworten
Ich wünsche allen Friedfertigen, dass sie Gehör finden. Gegen Gewalt zu demonstrieren, ist immer gut. Es gibt auch das Umgekehrte…!
Araber, 25 Prozent der israelischen Bevölkerung, 80 Prozent der tödlichen Gewaltverbrechen. Kann
Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir oder irgendein Sicherheitsminister das Problem lösen? Nein.
Albert die Frage ist nicht, ob Ben Gvir das Problem lösen kann, sondern ob er es will.
Diese Gewalt spielt ihm doch in die Hände.
SHALOM
@Klaus
Ja, arme Araber, gewalttätig, und wer ist daran schuld: die israelische Regierung.
Da geht es ja zu wie in Pariser Vororten oder in bestimmten Vierteln von Marseille, Lille oder Roubaix . Dort regen sich die Anwohner – zu Recht- über die eskaliere Bandengewalt auf, aber beschweren sich dann über Polizeieinsätze.
Es tut mir leid, dass es in Frankreich inzwischen so schlimm zugeht. Es ist ja schließlich unser Nachbar-EU-Land. Ich war im Jahr 1991 in Südfrankreich in einem Feriencamp. Leider habe ich keine schöne Erinnerung daran. Ich war auch ein paar Mal mit meiner mittlerweile verstorbenen Mutter mit dem Zug in Weissenburg und in Lauenburg.
In F ist die Polizei zu lasch, aus Angst in den Vorstädten könnte Terror losgehen, falls Islamoverbrecher zu hart angefasst werden!
Es gibt auch genug Franzosen, die sich nicht über die Polizei beschweren – im Gegenteil es gibt in Frankreich Franzosen mir fremden Wurzeln die das strenge Vorgehen der Polizei begrüßen, weil sie vor dem islamischen Terror nach Frankreich geflohen sind!
Sie haben Recht, mein Kommentar war zu pauschal. Selbstverständlich gibt es Menschen auch in den berüchtigten Vororten, die einfach in Ruhe und Frieden leben wollen und einer ehrbaren Arbeit nachgehen. Ein wunderbares Beispiel ist die Pflegerin, die sich um meinen Mann kümmert. Sie ist Kabylin, eine liebenswerte und kompetente Frau dank derer mein Mann zu Hause bleiben kann. Die ehrbaren Bewohner dieser Vororte sind die ersten, die unter den kriminellen Grossfamilien leiden.
@Antonia
Es ist schön,das dein Mann Dank der Pflegerin zu Hause bleiben kann. Diese Menschen sind unbezahlbar und so geduldig. Mein Schwager konnte auch bis zum Schluss zu Hause bleiben. Dank Hilfe durch die Pflege dieser Frau. Und sie hat noch so viele Tipps gehabt. Das war wichtig für meinen Schwager.
Ich wünsche euch beiden noch eine lange und schöne gemeinsame Zeit! Ich drücke euch beide! ❣️💝😍
Liebe Grüße Manu
@ Antonia
Ganz liebe Grüße an deinen Mann. Es ist gut für euch, dass er zu Hause bei dir gepflegt werden. Viel Kraft euch beiden, alles Gute und viele Lichtblicke. Ella 🙏
In Marseille meint der Bürgermeister : Kein Marseille ohne Islamanhänger….! Der Mann ist ohne Wahl, mit miesen Schachzügen und Hilfe der Islamolinken an den Posten gekommen und konnte endlich seine Arbeit im Cons. Gener. Marseille aufgeben – als Hilfsarbeiter !
Stadtviertel, die von Gewalt betroffen sind für viele Menschen nicht angenehm. Ich weiß von einem jungen US-Amerikaner aus Chicago, der in Polen überfallen worden ist, in einer dunklen Gasse in einem Stadtviertel, in dem ich damals auch in einer Gastfamilie gewohnt habe. Ich habe abends aber die dunklen Ecken immer gemieden.
Wenn ich das lese komme ich mir vor wie in Berlin Neukölln? Dort arbeite ich. Jedoch kenne ich auch Araber guten Herzens genauso wie Schurken aus der Szene… Möge Israel die Weisheit finden damit umzugehen!
Gott gibt Arabern offensichtlich nicht wirklich Frieden in dem Land, das Er für Israel bestimmt hat.
Ich wünsche ihnen, daß sie in arabische Länder gehen und dort den Frieden finden, den sie suchen: Jesus
P. S. heißt diese islam-arabische Partei wirklich Ra´am? Ra=schlecht, Am=Volk
Unglaublich
@Rainer
Sie fragen nach der Bedeutung des Namens Ra’am? Ihnen kann geholfen werden.
Quelle:
Biblisches Hebräisches Online-Wörterbuch (Abarim Publications) in englischer Sprache
Hier eine (sehr) freie Übersetzung des einschlägigen Artikels (nur ein Auszug):
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Das alttestamentliche hebräische Wort: רעם
Die Wurzel רעם (r’m) kommt im gesamten semitischen Sprachbereich vor; die Grundbedeutung ist „DONNERN“. – In einem Artikel des BDB Theological Dictionary wird vermutet, dass es wahrscheinlich eine onomatopoetische Wortbildung ist: lautnachahmend gebildet nach dem Krachen des Donners – dem hebräischen Äquivalent zu unserem „bum, bum“!
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Das männliche Substantiv רעם (ra’am), was Donner bedeutet, wird am häufigsten Gott zugeschrieben (Jesaja 29,6 und Psalm 81,8). Manchmal wird damit ein donnernder, von Menschen gemachter Laut bezeichnet (Hiob 39,25).
Das Verb רעם (ra’am), was donnern oder donnern lässt (Psalm 96,11 und 1. Samuel 7,10).
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Meine Übersetzung ist sicherlich unzulänglich. Ich bin jedem dankbar, der mich auf Fehler hinweist. Die Stellen in der Schrift habe ich nicht überprüft. Bin überlastet. 😊