Delegation der Kultusministerkonferenz in Israel

JERUSALEM (inn) – Deutsch-israelische Zusammenarbeit: Die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem haben am Mittwoch in Jerusalem eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Sie soll dem Unterricht über den Holocaust in Deutschland mehr Tiefe verleihen.
(v.l.): KMK-Präsident Stephan Dorgerloh, Bildungsminister Schai Piron und der Yad Vashem-Vorsitzende Avner Schalev bei der Unterzeichnung in Jerusalem

Foto: Muki Schwartz

(v.l.): KMK-Präsident Stephan Dorgerloh, Bildungsminister Schai Piron und der Yad Vashem-Vorsitzende Avner Schalev bei der Unterzeichnung in Jerusalem

Yad Vashem und die KMK wollen demnach eine ständige und umfassende Zusammenarbeit mit dem Ziel fördern, Schülern und Studenten Unterricht über die Geschichte des jüdischen Vorkriegslebens in Europa und des Holocaust angedeihen zu lassen. Dies solle „in einer altersangemessenen und wirksamen Weise im Rahmen von Bildungsinstitutionen in ganz Deutschland“ geschehen.
Weiter heißt es in der Erklärung: „Die Parteien beabsichtigen, die Übermittlung und den Austausch von Informationen und Gedanken zwischen Yad Vashem und deutschen pädagogischen Einrichtungen, Hochschulen, Holocaust-Gedenkstätten, Museen und Organisationen in allen sechzehn Ländern in der Bundesrepublik Deutschland zu fördern.“ Auch wollten sie den Unterricht zum Thema Holocaust in den Lehrplänen aller Bundesländer weiter verankern.
Die Absichtserklärung „ist in Bezug auf finanzielle, materielle und menschliche Ressourcen nicht bindend. Sie kann im beiderseitigen schriftlichen Einvernehmen der Parteien geändert werden“, betonen die Partner. Unterzeichnet haben das Dokument von israelischer Seite Bildungsminister Schai Piron und der Vorsitzende des Yad Vashem-Direktoriums, Avner Schalev. Die Unterschrift für die deutsche Seite leistete Präsident der „Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland“, Stephan Dorgerloh.

„Wichtiges Fundament für zukünftige Zusammenarbeit“

„Die KMK misst dieser Vereinbarung eine hohe Bedeutung zu“, teilte die Kultusministerkonferenz mit. „Denn sie stellt – neben bereits bestehender Erklärungen zwischen einzelnen Ländern und der Holocaust-Gedenkstätte – das Fundament für die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Kultusministerkonferenz beziehungsweise allen 16 Ländern und Yad Vashem dar.“
Dorgerloh wurde mit den Worten zitiert: „Es bleibt unser tiefempfundenes Anliegen, das Andenken an die Schoah gerade auch bei jungen Menschen und künftigen Generationen zu bewahren, um sie dafür zu sensibilisieren, dass Menschenrechte, Toleranz und Demokratie Werte sind, die es täglich auf das Neue zu verteidigen gilt und die Denken und Handeln jedes Einzelnen prägen müssen. Die Geschichte des Holocaust muss in den deutschen Schulen weiter vertieft werden – insbesondere vor dem Hintergrund, dass es immer weniger Zeitzeugen gibt, die ein authentisches Bild vermitteln können.“
Seit Montag hält sich eine hochrangige Delegation der KMK in Israel auf. Sie beendet ihre Reise am morgigen Freitag.
Der Wortlaut der Absichtserklärung ist hier zu lesen: http://www.kmk.org/fileadmin/pdf/PresseUndAktuelles/2013/KMK_Yad_Vashem__erklaerung.pdf.

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