Das Freudenfest der Torah

Am Abend des letzten Laubhüttenfesttages beginnt mit Sonnenuntergang das Fest “Schmini Atzeret”, der “achte Tag der Versammlung”. Obwohl dieser Tag direkt auf Sukkot folgt, ist er doch ein eigenständiger Feiertag, für den das Gebot, in Laubhütten zu sitzen, nicht gilt, und an dem auch der Strauß der “vier Arten” nicht getragen wird. In diesem Jahr beginnt das Fest am Abend des 6. Oktober.

Die Synagogengottesdienste folgen einem “Bibelleseplan”, der einmal im Jahr durch die gesamte Torah, die fünf Bücher Mose, führt. An Schmini Atzeret schließt sich dieser Kreis: Der letzte Abschnitt des 5. Buches Mose wird gelesen und gleich darauf der erste Abschnitt aus dem 1. Buch Mose. Den letzten Abschnitt der Torah vorzulesen ist eine besondere Ehre. Wem sie zuteil wird, der wird zum “Bräutigam der Torah”. Wer dann die ersten Worte der Heiligen Schrift – “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde…” – lesen darf, wird zum “Bräutigam des Anfangs”.

Aus Freude darüber, dass Gott seinem Volk die Torah, sein Wort, anvertraut hat, holen die jüdischen Gläubigen am Vorabend dieses Festes alle Torahrollen aus dem Torahschrein ihrer Synagoge. Mit den kostbaren Torahrollen im Arm tanzen und singen die Männer dann in einer langen Prozession in der Synagoge. In religiösen Vierteln kann sich dieses Freudenfest über mehrere Stunden ausdehnen und die Feiern werden auf der Straße fortgesetzt. Deshalb ist dieser Tag auch als “Freudenfest der Torah”, “Simchat Torah”, bekannt.

In den Synagogen gedenkt man an diesem Tag auch der Verstorbenen und bittet um reichen Regen für den kommenden Winter.

Bibeltext: 3. Mose 23,36

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