Dahlan will palästinensische Sicherheitsdienste vereinen

GAZA (inn) – Mohammed Dahlan, palästinensischer Minister für Innere Sicherheit, strebt eine Fusion der Sicherheitsdienste vom Gazastreifen und des Westjordanlandes an. Die beiden Institutionen sollen zusammengelegt und unter ein Kommando gestellt werden, gab Dahlan am Samstag bekannt.

Die Sicherheitsdienste haben seit ihrer Gründung 1994 als zwei separate Institutionen operiert. Von 1994 bis 2002 war Dahlan Chef des Sicherheitsdienstes für den Gazastreifen. Bis zum vergangenen Jahr hatte Oberst Jibril Rajoub die Kontrolle über den Sicherheitsdienst im Westjordanland. Vor zwei Monaten hat PLO-Chef Yasser Arafat Ziad Hab al-Reeh, einen früheren Berater Rajoubs, mit diesem Amt beauftragt.

Dahlan will jetzt seinem früheren Stellvertreter und derzeitigen Chef des Dienstes im Gazastreifen, Rashid Abu Shabak, die gesamte Kontrolle über den palästinensischen Sicherheitsdienst übertragen.

Wie die Tageszeitung “Jerusalem Post” berichtet, könnte diese Entscheidung zu Verstimmungen unter den Mitgliedern des Sicherheitsdienstes im Westjordanland führen. Diese hatten in der Vergangenheit mehrmals erklärt, daß sie generell nicht unter einem Sicherheitschef aus dem Gazastreifen und besonders nicht unter Abu Shabak arbeiten würden.

Die israelische Regierung hat die Zusammenarbeit mit Abu Shabak bisher abgelehnt – sie wirft ihm Beteiligung am Terrorismus vor.

Wie Dahlan gegenüber dem Palästinensischen Legislativrat (PLC) weiter mitteilte, bemühe er sich derzeit um rund 250 Millionen US-Dollar von internationalen Spendern. Das Geld werde benötigt, um den Polizei- und Sicherheitsapperat wieder aufzubauen und auszurüsten. “Um wieder aufzubauen, was in den vergangenen Jahren im Konflikt mit Israel zerstört worden ist, werden mindestens drei Jahre benötigt”, so Dahlan.

Das Innenministerium habe zudem eine Gruppe von Offizieren und Polizisten in benachbarte arabischen Staaten zum Training entsendet. Ferner werde daran gearbeitet, das Hauptgefängnis von Gaza-Stadt auszubauen.

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