Corona-Beauftragter warnt vor „fünfter Welle“

Die Corona-Lage hat sich in den vergangenen Wochen zwar entspannt, doch Neuinfektionen bei Kindern geben Anlass zu Sorge. Indessen erleichtert Israel die Einreise.
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Der israelische Corona-Beauftragte befürchtet einen Anstieg der Corona-Zahlen

Foto: Rebekka-Sieff-Krankenhaus

Der israelische Corona-Beauftragte befürchtet einen Anstieg der Corona-Zahlen

JERUSALEM (inn) – Der Corona-Beauftragte der israelischen Regierung sieht das Land „am Anfang der fünften Welle“. Das sagte Salman Sarka am Mittwoch dem Sender „Kan“. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz (Meretz) erklärte ebenfalls am Mittwoch, dass eine vierte Impfung notwendig werden könne.

Anlass für diese Einschätzungen sind Daten des Gesundheitsministeriums. Demzufolge haben neun Prozent der am Dienstag registrierten Neuinfizierten bereits drei Impfungen. Besondere Sorge bereitet jedoch der Umstand, dass von den Infektionen besonders Kinder betroffen sind. Das Gesundheitsministerium sagte am Mittwoch, knapp 40 Prozent der am Dienstag registrierten Neuinfizierten seien jünger als zwölf Jahre. Israel hat am Dienstag als zweites Land nach den USA mit der Impfung der Fünf- bis Elfjährigen begonnen.

„Die Pandemie ist noch da“

Sarka erklärte weiter, er sei bislang davon ausgegangen, dass es eine neue Virusvariante sein würde, die die neue Welle auslöst. „Der Anstieg (der Infektionszahlen) ist zu früh und zu schnell.“ Seiner Vermutung nach verzichten viele Israelis auf eine Drittimpfung, weil sie meinen, die Gefahr sei vorüber. Das stimme jedoch nicht: „Die Pandemie ist noch da.“

Bislang hatten bei insgesamt 9,2 Millionen Einwohnern rund 700.000 Impfberechtigte noch gar keinen Impftermin; rund 4 Millionen (43 Prozent) sind drittgeimpft. Das Gesundheitsministerium registrierte bislang 8.180 Corona-Tote. Das sind etwa 89 pro 100.000 Einwohner; in Deutschland liegt dieser Wert bei 120.

Entspannung mit Fragezeichen

Zuletzt hat die Entwicklung aber auf eine Entspannung der Lage hingedeutet. Die Zahl der Schwererkrankten ist seit einem zwischenzeitlichen Hoch von Anfang August bis Ende September mit bis zu 767 rückläufig und liegt derzeit bei etwa 120. Das gleiche gilt für die Zahl der Toten pro Tag: Anfang September waren es noch knapp 40, seit Mitte Oktober wurde der Wert nicht größer als 10.

Die Zahl der Neuinfizierten geht ebenfalls seit Mitte September zurück. In den vergangenen Tagen war es aber zu stärkeren Anstiegen gekommen, besonders in der Gruppe der Ungeimpften.

Trotz der Befürchtungen seitens der Gesundheitsexperten erleichtert Israel die Einreise ins Land. Ab Freitag genügt es, vor der Abreise einen beaufsichtigten Schnelltest zu machen anstatt eines PCR-Tests. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Globes“. So ein Antigentest ist wesentlich billiger, dafür auch ungenauer. Am Ben-Gurion-Flughafen müssen Passagiere vor dem Eintritt ins Land jedoch nach wie vor einen PCR-Test vornehmen, der kostenlos angeboten wird. Bis die Ergebnisse da sind, besteht Quarantänepflicht.

Von: df

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