Wie die Tageszeitung "Ma´ariv" berichtet, sprach Cohn-Bendit auch mit Studenten an der Hebräischen Universität. "Ihr habt einen Wohlfahrtsstaat, er befindet sich in den Siedlungen", sagte er den Israelis. "Dort ist alles billiger. Der Wohlfahrtsstaat in den Siedlungen schöpft die Möglichkeit für einen Wohlfahrtsstaat innerhalb Israels ab. Israel ist wirklich eine Demokratie, aber nur innerhalb Israels, in diesen Gebieten gelten die Gesetze des Militärs." Die Demonstrationen seien für ihn "Teil eines historischen Wendepunktes".
Gegenüber der Zeitung sagte der Grünen-Politiker, der sich 1968 an den Protesten in Frankreich beteiligt hatte: "Israel muss den palästinensischen Staat akzeptieren und seine Errichtung unterstützen, statt dies mit vielen Mitteln zu verhindern. Danach muss man sich mit den Palästinensern zusammensetzen und Lösungen finden. Ein großer Teil der Israelis ist den politischen Stil von Netanjahu leid. Sie wollen diesen Stil ändern und die Wirklichkeit, die in Israel besteht, und deshalb ist der Protest ausgebrochen." Die Regierung stelle die Sicherheit zu sehr in den Mittelpunkt, dadurch kämen andere Bedürfnisse der Bürger zu kurz. Doch wegen der allgemeinen Situation der Bedrohung seien Proteste gegen diese Gewichtung nicht erlaubt.