CNN-Redakteurin nach Lob für Hisbollah-Führer entlassen

ATLANTA (inn) - Ein Tweet wurde ihr zum Verhängnis: Der US-Nachrichtensender CNN hat eine Mitarbeiterin entlassen, die über Twitter Respekt für den verstorbenen Hisbollah-Führer Mohammed Hussein Fadlallah bekundet hatte. Die Redakteurin Octavia Nasr war seit rund 20 Jahren für das Medienunternehmen tätig.

Ein CNN-Vertreter sagte dem britischen Sender BBC, die Glaubwürdigkeit der Journalistin sei „beeinträchtigt“ worden. Deshalb könne sie nicht weiter für die amerikanische Fernsehanstalt arbeiten. Nasr war für das Nahost-Ressort verantwortlich. Vor der Kamera erschien sie selten. Ihr Büro befand sich am CNN-Hauptsitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.

Am Sonntag war Großajatollah Fadlallah im Alter von 74 Jahren verstorben. Er war die höchste Autorität der libanesischen Schiiten und gehörte zu den Gründern der Hisbollah-Miliz. Von den USA wurde er auf der Liste der internationalen Terroristen geführt. Die Vereinigten Staaten warfen ihm vor, 1983 einen Anschlag auf US-Marineeinheiten im Libanon mit 241 Todesopfern in Auftrag gegeben zu haben.

Nach dem Tod des Hisbollah-Führers schrieb die CNN-Redakteurin Nasr: „Traurig, von Tod von Sajed Mohammad Hussein Fadlallah zu hören… Einer der Hisbollah-Giganten, den ich sehr achte.“ Später erklärte sie, ihre Wertschätzung entspringe den „bahnbrechenden“ Ansichten des Verstorbenen zu Frauenrechten. Zu Lebzeiten hatte sich Fadlallah unter anderem dadurch in Teilen der islamischen Welt unbeliebt gemacht, dass er sich gegen häusliche Gewalt gegen Frauen aussprach.

Aus dem Vorfall zog Nasr den Schluss, dass eine Twitter-Meldung in ihrer Kürze Raum für Missverständnisse biete: „Die Reaktion auf meinen Tweet war umgehend, überwältigend und bietet eine gute Lektion dazu, warum 140 Zeichen nicht benutzt werden sollten, um strittige oder empfindliche Themen zu kommentieren, vor allem, wenn es dabei um den Nahen Osten geht.“ Die Journalisten wurde 1966 in der libanesischen Hauptstadt Beirut geboren.

Die USA und Israel sehen die Hisbollah als Terror-Organisation an.

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