Clinton zu Bush: „Trauen Sie Arafat nicht“

KONSTANZ (inn) – Bill Clinton hat US-Präsident George Bush vor PLO-Chef Yasser Arafat gewarnt, das meldet die Tageszeitung „Südkurier“ (Konstanz) in ihrer Ausgabe vom Dienstag.

Bevor der amerikanische Präsident Bill Clinton im Januar dieses Jahres aus dem Amt schied, gab er seinem Nachfolger George W. Bush einen Ratschlag: „Trauen Sie Arafat nicht“.

Über „Clintons späte Genugtuung“ schreibt Korrespondent Friedemann Diederichs in der Dienstagsausgabe des „Südkuriers“:

Sichtlich enttäuscht über die wochenlangen, persönlich geführten und letztlich doch gescheiterten Verhandlungen in Camp David warnte Clinton den zukünftigen Präsidenten: „Arafat ist ein Lügner, er wird sie immer enttäuschen“.

Angesichts der derzeitigen „politischen Eiszeit zwischen Washington und dem PLO-Führer“ könne Clinton zumindest vermuten, daß sein Ratschlag bei Bush bis heute nachwirkt.

Bis zuletzt habe sich PLO-Chef Yasser Arafat der Annahme hingegeben, daß die USA nicht politisch reagieren würden, wenn palästinensische Extremisten die von Washington vermittelten Waffenstillstands-Vereinbarungen immer wieder brechen.

Aber seit dem 11. September scheint dem US-Präsidenten klar zu sein, daß eine ausgewogene Verteilung der Sympathien im Nahost-Konflikt letztlich gegen die amerikanischen Interessen gehen würde. Palästinensische Schulbücher sind voll von Parolen gegen die Vereinigten Staaten und die arabische Welt ruft immer wieder zum Antiamerikanismus auf. Bush ist deshalb nicht länger bereit, Terroraktionen radikaler Gruppen und die israelischen Reaktionen darauf auf eine moralische Ebene zu stellen, schreibt Diederichs

„Der einzige Anreiz für Arafat, tatsächlich gegen Terroristen in den eigenen Reihen vorzugehen und nicht nur `ein Gefängnis der offenen Hintertür´ (Bush) zu betreiben, werde vermutlich die Furcht Arafats sein, von den USA selbst als Terrorist gebranntmarkt zu werden“, heißt es in dem Bericht weiter.

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