Chilenischer Präsident in Israel

JERUSALEM (inn) - Der chilenische Staatspräsident Sebastián Piñera unterstützt Israels Forderung nach einem harten Vorgehen gegen das iranische Atomprogramm. Dies sagte er am Sonntag nach einem Treffen mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu in Jerusalem.

"Wir teilen unsere Vision, dass die friedliebenden Länder der Welt nicht zulassen sollten, dass der Iran eine Atommacht wird", so Piñera laut einer Mitteilung des israelischen Außenministeriums auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Netanjahu. "Denn das wird ein großes Problem und eine Gefahr und Bedrohung nicht nur für den Nahen Osten, sondern auch für die gesamte Welt sein. Ich denke, dass die Welt in dieser Angelegenheit einen starken Standpunkt vertreten sollte, mit wirtschaftlichen Sanktionen und ohne den Verzicht auf irgendeine andere Option."

Der chilenische Präsident erläuterte auch die Entscheidung seines Landes vom Januar, einen palästinensischen Staat anzuerkennen: "Wir haben immer die Ansicht vertreten, dass Israel das Recht hat, in sicheren, international anerkannten Grenzen in Frieden zu leben, um sich entwickeln und die Lebensqualität seines Volkes steigern zu können. Aber wir meinen auch, dass die Palästinenser das Recht auf ihren eigenen Staat haben, einen freien, demokratischen Staat. Deshalb haben wir, als wir den palästinensischen Staat anerkannten, sehr deutlich gemacht, dass der direkte Weg zu einem starken, sicheren, dauerhaften Frieden über direkte Gespräche geht. Denn wenn die Konfliktparteien ein Abkommen erreichen, dann wird der Friede auf Fels gebaut sein und nicht auf Sand."

Netanjahu ging auf die Umsturzbewegungen in der islamischen Welt ein: "Wir sehen, dass sich die Welt um uns herum schnell verändert. Es gibt ein Erdbeben und einen Sandsturm, die das gesamte Gebiet von Afghanistan bis Gibraltar erfassen. Es gibt ein stabiles Land dazwischen, und das ist Israel, weil wir fest in demokratischen Werten verankert sind, und wir hoffen auf das Beste in unserer Region. Wir sollen erleben, dass die arabische Welt und viele islamische Ländern zu echten, stabilen Demokratien werden. Dies wäre gut für den Frieden."

Der israelische Regierungschef erinnerte auch an den Besuch der geretteten chilenischen Bergleute in seinem Land. Die Minenarbeiter "haben uns ein Beispiel für Glauben und Mut gegeben", sagte Netanjahu. Dasselbe gelte für Piñera: "Sie haben das Problem erkannt; Sie haben sofort die Lösung erkannt; und Sie haben die Kohlenbergarbeiter unter der Erde nach draußen gebracht. Die ganze Welt hat mit großem Erstaunen und mit Bewunderung zugeschaut, auch wir in Israel. Deshalb sollten Sie wissen, wie tief das wertgeschätzt wird."

"Gute Beziehungen zwischen Chile und Palästina"

Piñera hatte zuvor auch das Westjordanland besucht. Dort äußerte er die Ansicht, die Beziehungen zwischen Chile und "Palästina" könnten nicht stärker sein als derzeit. Er sei zudem stolz auf die Palästinensische Autonomiebehörde (PA), vor allem auf deren Bereitschaft zur Gewaltlosigkeit beim Umgang mit der israelischen Besatzung, sagte er einem Bericht der palästinensischen Nachrichtenagentur "Ma´an" zufolge. Die "intelligente Strategie" der PA werde zur weltweiten Anerkennung des palästinensischen Staates führen.

Am Samstag traf der chilenische Präsident in Bethlehem ein und kam mit Bewohnern des Flüchtlingslagers Aida zusammen. In Beit Dschala legte er einen Kranz an einem Denkmal auf dem Chile-Platz nieder. Das südamerikanische Land ist Wohnstätte für die größte palästinensische Gemeinschaft außerhalb des Nahen Ostens.

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