Anlässlich der Konferenz über wirtschaftliche und politische Belange im italienischen Cernobbio warnte Cheney vor möglichen Auswirkungen der Politik Russlands. Einem Bericht der „Jerusalem Post“ zufolge sprach er sich dabei vor allem gegen den russischen Waffenhandel aus. „Der Verkauf russischer Waffen hat die Aussichten auf Frieden und Freiheit im Nahen Osten erheblich gefährdet“. Bei dem Verkauf der russischen Waffen an die syrische und iranische Regierung sei ein Teil zu terroristischen Kämpfern im Libanon und Irak weitergeschleust worden, sagte Cheney. Dabei seien sich die Verantwortlichen in Moskau vollends darüber bewusst, dass mit dem Verkauf die Hisbollah und die irakischen Terror-Organisationen unterstützt werden.
Cheney kam zudem mit Israels Staatspräsident Shimon Peres zusammen. Nach dessen Angaben sprach der Vizepräsident auch über den „russischen Waffenhandel“ und die Situation in Georgien. Cheney, der sich zuvor persönlich ein Bild von der Lage in Georgien, Aserbaidschan und der Ukraine gemacht hatte, kritisierte Russlands Politik auf das Schärfste. Er habe den Eindruck, dass diese vor allem auf dem Wunsch basiere, anderen Ländern seinen Willen aufzuzwingen, anstatt die Sicherheitsinteressen zu vertreten. Peres dagegen sagte, es sei wichtig, dass die Vereinigten Staaten und Europa eine alternative Ölquelle fänden, da das Ölgeschäft die maßgebende Geldquelle für Extremisten darstelle.