Byzantinischer Goldschatz in Abfallgrube

HERZLIJA (inn) – Da staunt die Wissenschaft: 400 byzantinische Münzen, 200 samaritanische Lampen, ein Ring mit Inschrift und mit Edelsteinen versehener Goldschmuck. Das haben israelische Archäologen in Apollonia nördlich von Tel Aviv in einer Abfallgrube entdeckt. Die Forscher stehen vor einem Rätsel.
Unter den Funden sind auch etwa 200 Goldmünzen aus byzantinischer Zeit.

Foto: Israelische Altertumsbehörde

Unter den Funden sind auch etwa 200 Goldmünzen aus byzantinischer Zeit.

In der antiken Stadt am Mittelmeer sind Professor Oren Tal von der Universität Tel Aviv und Mosche Ajami von der Antikenbehörde bei einer Notgrabung auf mehrere Abfallgruben gestoßen. Einige hatten einen Durchmesser von 30 Metern und enthielten gebrauchte Öl- und Weinpressen. Ansonsten fanden die Wissenschaftler zerbrochenes Tischgeschirr, Scherben von Trinkgläsern und Kochpötte zwischen Tierknochen und „Industrieabfall“. Mittendrin fanden sie auch noch eine große Menge brauchbarer Gegenstände – darunter 200 Lampen mit althebräischen Bibelversen der Samariter und einen Goldring mit dem eingravierten Gottesnamen „Adonai“ (der Herr). Bisher hat man nur 12 derartige Ringe der Samariter gefunden.
Apollonia wird seit über 60 Jahren ausgegraben und erforscht. Die Stadt war etwa 1.500 Jahre lang ununterbrochen besiedelt, seit der persischen Periode im späten 6. vorchristlichen Jahrhundert und bis zum Ende der Kreuzfahrerzeit im 13. Jahrhundert. Eine Festung des Ordens der Hospitaler, im 13. Jahrhundert errichtet, und die Stadt wurden unter den ägyptischen Mamelucken 1265 zerstört. Seitdem liegt das Gelände brach.
In der Neuzeit wurde bei Apollonia die israelische Stadt Herzlija errichtet, wo viele Botschafter ihre Residenz haben.
Die Notgrabung war notwendig geworden, weil ein neues Viertel in Herzlija gebaut werden soll. Die byzantinische Abfallgrube soll erhalten bleiben und mitsamt einigen Funden in einen kleinen Archäologiepark integriert werden.

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