Busse mit neuer Technik gegen Attentäter im Test

JERUSALEM (inn) - Seit Sonntag werden in Jerusalem vier Busse mit einem neuen Abwehrsystem gegen Selbstmordattentäter getestet. Das Pilotprojekt soll sechs Wochen dauern.

In den Bussen findet sich unter anderem ein Mechanismus, der das Öffnen der Türen nur zum Aussteigen ermöglicht. Ein sich drehender Hebel soll die genaue Überprüfung der Fahrgäste erleichtern, die den Bus betreten. Weitere Neuerungen sind eine doppelt verglaste, gegen Explosionen gesicherte Tür und ein Lautsprecher, über den der Fahrer die wartenden Passagiere außerhalb des Busses ansprechen kann. Durch alle technischen Zusätze sind die Busse zwei Tonnen schwerer als gewöhnlich.

Die kugelsicheren Fahrzeuge wurden von der israelischen Militärindustrie entwickelt. Sie gehören zu einem gemeinsamen Projekt der Busgesellschaft Egged, des Verkehrsministeriums und der israelischen Polizei. Dies berichtet die „Jerusalem Post“.

„Diese Busse werden eine Probezeit durchlaufen“, sagte Egged-Geschäftsführer Gideon Misrahi. „Dabei wird die Wirksamkeit der technischen Ausrüstung, die die Sicherheit der Passagiere garantieren soll, überprüft. Dasselbe gilt für die Fähigkeit der Busse, in den öffentlichen Verkehr integriert zu werden, ohne ihn zu unterbrechen. Wenn dies geschehen ist, werden wir eine Entscheidung über die Zukunft des Projekts fällen.“

Erster Tag zufriedenstellend

Der Leiter der Sicherheitsabteilung im israelischen Verkehrsministerium und des Projekts, Dani Schenar, zeigte sich zufrieden mit dem ersten Tag. „Bislang sind vier gepanzerte Busse gebaut worden“, sagte er gegenüber der „Jerusalem Post“. „In den nächsten anderthalb Monaten werden sie von besonders ausgebildeten Fahrern und einem Inspektorenteam durch Jerusalem gefahren werden. Bei diesem Projekt müssen zahlreiche Aspekte berücksichtigt werden – finanzielle, sicherheitstechnische und betriebliche Aspekte, und auch die öffentliche Sicherheit. Dem werden die Inspektoren nachgehen.“

Schenar fügte hinzu: „Wir haben nicht vor, die 5.000 Busse zu panzern, die in Israel herumfahren, weil es jetzt dafür keinen Bedarf gibt. Aber wenn ein solcher Bedarf entsteht, wird es leichter sein, das zu verwirklichen, und es wird auch schneller möglich sein.“ Zehn westliche Länder hätten bereits Interesse an dem Projekt bekundet.

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