Briefwechsel zwischen Rohani und Obama

TEHERAN / WASHINGTON / JERUSALEM (inn) – Aussicht auf Tauwetter? Der Iran hat bestätigt, zum ersten Mal seit 1980 in direktem Austausch mit den USA gestanden zu haben. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bleibt trotz dieser Annäherungsversuche skeptisch.
Austausch per Brief: die USA und Iran kommunizieren miteinander.

Foto: LarimdaME

Austausch per Brief: die USA und Iran kommunizieren miteinander.

In dem Briefwechsel habe der amerikanische Präsident Barack Obama seinem iranischen Gegenüber Hassan Rohani zu dessen Wahlsieg Ende Juli gratuliert. Rohani habe daraufhin geantwortet. Das iranische Außenministerium bestätigte den Briefwechsel am Dienstag, berichtet die israelische Tageszeitung „Ha‘aretz“.
Seit 1980 haben die beiden Länder ihren diplomatische Austausch auf Eis gelegt, nachdem iranische Studenten und militante Demonstranten in Teheran amerikanische Diplomaten als Geiseln genommen hatten. Seither vertritt die Schweiz die Interessen der USA im Iran.
Obama und Rohani werden im Rahmen der UN-Vollversammlung kommende Woche am gleichen Tag eine Rede halten. Zu einem Treffen zwischen den beiden werde es wohl aber nicht kommen, berichtet „Ha‘aretz“.

Israelische Regierung skeptisch

Netanjahu bleibt trotz dieser ersten Annäherungsversuche skeptisch. Am Dienstag erklärte er, bei seinem Treffen mit US-Präsident Barack Obama Ende September werde er weiter auf ein Reduzierung des iranischen Atomprogramms bestehen. „Der Druck auf den Iran muss erhöht und nicht gelockert, und sicherlich nicht zurückgefahren werden“, erklärte er laut Mitteilung seines Büros.
Der israelischen Regierungschef nannte vier Schritte, die nötig seien: Alle Uran-Anreicherungen beenden, das angereicherte Uran beseitigen, die Anreicherungs-Anlage Fordo schließen und Plutonium-Lieferungen stoppen.
Nur wenn alle diese Maßnahmen umgesetzt seien, bedeute dies das Ende des iranischen Nuklear-Programms, betonte Netanjahu weiter. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass ein aufmüpfiger Staat von Massenvernichtungswaffen Gebrauch machen werde und dass nur eine glaubhafte militärische Bedrohung der Diplomatie zum Erfolg verhelfe.
Wie das deutsche Magazin „Spiegel“ berichtet, ist Rohani bereit, die Anlage Fordo zu schließen. Das Magazin beruft sich auf Geheimdienstinformationen. Rohani habe sich bereit erklärt, den Abbau der Anlage beaufsichtigen zu lassen. Im Gegenzug könnte er dann die Lockerung der Sanktionen gegen den Iran fordern.

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