Brandenburg: Palästinensische Delegation bei Platzeck

POTSDAM (inn) - Der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat am Mittwoch eine palästinensische Delegation in der Staatskanzlei empfangen. Bei dem Gespräch mit den Gästen ging es um Trauma- und Konfliktbewältigung im Nahen Osten.

Um Trauma- und Gewaltopfer in den Palästinensergebieten besser betreuen zu können, absolvieren die Palästinenser derzeit ein dreistufiges Seminar der “Brainjoin”-Gruppe, wo sie zum Traumabegleiter ausgebildet werden. Neben den theoretischen Grundlagen und Ursachen für Traumata erlernen sie erfolgreiche Behandlungsmethoden. Die Palästinenser nahmen an einer von der Landesregierung unterstützten Fortbildung in Waldsieversdorf zum Umgang mit traumatisierten Kindern und Familien teil. Platzeck sagte, der Landesregierung sei “Stabilität im Nahen Osten wichtig. Deshalb unterstützen wir Projekte in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten, die das zum Ziel haben”.

“Brainjoin” will den Teilnehmern die Fähigkeit vermitteln, Traumatisierungen zu erkennen und damit umzugehen. Darüber hinaus wappnen sich die zukünftigen Traumabegleiter gegen die Gefahr, durch ihren Beistand selbst ein Trauma zu erleiden. Das Seminar wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für Integrative Forschung und Lehre (IPAS) veranstaltet. Es hat seinen Hauptsitz im schweizerischen Wil.

Zur Delegation gehörten Lehrer der “Hope Flower School” (Al-Chader/Westjordanland) samt Schuldirektor Ibrahim Issa. Zudem erschienen Mahmud Daud Baidon, Professor der Bir Seit Universität, und Fahti Shehadeh, Berater für Bildungsfragen beim UN-Werk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA). Ferner nahmen Vertreter des palästinensischen Bildungsministeriums sowie Fajes Scharaf vom Direktorat für Bildung in der Region Nord-Hebron an dem Treffen teil.

Fortsetzung des Seminars in Bethlehem

Die Ausbildung soll im Januar in Bethlehem durch den Traumaforscher Horst Kraemer und sein Team fortgesetzt werden. Die Initiative kam von der Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen, Dagmar Ziegler (SPD), sowie der Integrationsbeauftragten des Landes Brandenburg, Karin Weiss. Die palästinensischen Teilnehmer signalisierten ausdrücklich, dass diese Ausbildung auszubauen sei, um nachhaltige und wirksame Netzwerke der Traumahilfe in Palästina aufzubauen.

Die “Hope Flower School” hat das Ziel, Schüler zu Frieden und Demokratie zu erziehen. Der im Flüchtlingslager von Deheische aufgewachsene Vater des heutigen Direktors, Hussein Ibrahim Issa, gründete 1984 zunächst das Al-Amal-Kinderhilfszentrum. 1993 mündete sein Einsatz für Frieden und Demokratie im Bau der “Hope Flower School” im Dorf Al-Chader. Derzeit werden dort rund 120 Schüler vom Kindergarten bis zur 12. Klasse unterrichtet.

Die “Brainjoin” AG wurde 2004 vom Traumaforscher Kraemer gegründet und beschäftigt heute rund 40 Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz. Das Unternehmen hat sich auf Stressprävention und -bewältigung sowie Unfallverarbeitung spezialisiert. “Brainjoin” wendet bei seinen Coachings die Methode der Neuroimagination an, die Kraemer mit dem IPAS-Institut entwickelte.

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