Botschafter Stein: Kritik an anti-israelischer Berichterstattung

BERLIN (inn) – Israels Botschafter in Deutschland, Shimon Stein, hat Kritik an Teilen der Medien wegen zunehmender anti-israelischer Berichterstattung geübt – ein Phänomen, das nicht allein in Deutschland zu beobachten sei.

Der links-alternativen Berliner „taz“ sagte Stein, berechtigte Kritik sei stets legitim. „Man fragt sich aber immer, welche Motive die Kritik hat. Bei manchen, das muß ich unterstellen, geht es nicht nur um berechtigte Kritik an Israel. Dort stecken manchmal andere Motive, Vorurteile dahinter. Es handelt sich um Leute, die bereits ihre Meinung festgelegt haben. Deshalb kommt es ihnen nicht auf die Einzelheiten an.“

Der Zentralrat der Juden in Deutschland und einige Medienforscher beklagen seit der Intensivierung der Kämpfe in Israel bei der Kritik an der Politik Israels zunehmend antisemitische Untertöne.

Stein sagte ferner, manche Journalisten verwendeten Begriffe, „die uns leider zu Schlußfolgerungen veranlassen, daß es hier nicht um eine legitime Kritik geht, sondern um etwas anderes.“ Israel verfolge mit großer Besorgnis eine neue antisemitische Welle, die sich zum Ziel gesetzt hat, dem Staat Israel das Existenzrecht abzusprechen.

Vor allem in der islamischen Welt verfolgten Medien nach dem 11. September eine antisemitische Kampagne. „Stereotypen, die in den 30er Jahren bekannt waren, kommen heute immer wieder hoch. Das macht uns große Sorgen“, sagte Stein.

Die Medien seien eine ausgewogene und breite Berichterstattung und Information schuldig. „Das wird nicht immer so empfunden. Deshalb kommt es oft zu einem Urteil, das unserer Ansicht nach nicht berechtigt ist. Der Konflikt, in dem wir stecken, hat seine Wurzeln. Für uns fängt das Problem ja nicht mit den Palästinensern an – und es hört auch nicht bei ihnen auf. In dieser Zeit kämpfen wir um die Existenz des Staates. Es geht um das Existenzrecht, das für unsere Nachbarn nicht selbstverständlich ist“, sagte der Botschafter.

Er verwies auf den Iran und den Irak. Stein. „Sie stehen uns feindlich gegenüber, tun so, als ob sie Israel liquidieren möchten. Da gibt es etwa die Aussage des früheren iranischen Präsidenten Haschemi Rafsandschani, der im Dezember sagte: Wenn wir eine Atombombe hätten, würden wir sie gegen Israel einsetzen.“

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