Bilder von israelischer Nuklearanlage online zugänglich

Satellitenbilder von sensibler Infrastruktur in Israel können seit kurzem online abgerufen werden. Möglich macht dies eine amerikanische Gesetzesänderung, die noch aus der Trump-Ära stammt.
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Kommerzielle Anbieter aus den USA dürfen seit einem Jahr scharfe Satellitenaufnahmen von Israel zeigen

Foto: Google Maps, Screenshot Israelnetz

Kommerzielle Anbieter aus den USA dürfen seit einem Jahr scharfe Satellitenaufnahmen von Israel zeigen

JERUSALEM (inn) – Internetnutzer haben seit kurzer Zeit die Möglichkeit, kostenlos hochauflösende Satellitenbilder von der israelischen Nuklearanlage Dimona oder von Luftwaffenstützpunkten anzuschauen. Das Bildmaterial wird von der Anwendung „Mapbox“ zur Verfügung gestellt.

Dieser Vorgang ist seit knapp einem Jahr völlig legal. Möglich wird er durch eine amerikanische Gesetzesänderung aus dem August 2020, die noch von der Regierung unter dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump ausgearbeitet wurde. Bisher wurden Aufnahmen von sensibler israelischer Infrastruktur auf frei zugänglichen Karten aus Sicherheitsgründen nur in einer Auflösung von 2 Meter pro Pixel veröffentlicht – diese wirken für den Betrachter unscharf. Nun können die Aufnahmen von Israel in einer Auflösung von 0,4 Meter pro Pixel betrachten werden.

Bereits in den 90er Jahren machte sich der damalige US-Präsident Bill Clinton für eine kommerzielle Nutzung von „scharfen“ Aufnahmen des Heiligen Landes stark. Israel sah dadurch jedoch seine sicherheitspolitischen Interessen gefährdet und konnte erfolgreich eine Ausnahme durchsetzen. Eine solche Sonderregelung, die 1997 im Kyl-Bingaman-Amendment festgehalten wurde, gab es für kein anderes Land. Für Israel gilt sie nun auch nicht mehr.

Experten sehen Risiko für Israels Sicherheit

Der ehemalige Leiter des israelischen Nationalen Sicherheitsrates, Giora Eiland, befürchtet durch die nun zugänglichen Bilder ein Sicherheitsrisiko für Israel: „Informationen, die offensichtlich nicht klassifiziert sind, machen Israel für seine Feinde sehr verwundbar.“ Auch der frühere Leiter der analytischen Abteilung des Militärgeheimdienstes „Aman“, Ja’akov Amidror, sieht durch die Veröffentlichung ein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Das berichtet die Onlinezeitung „Times of Israel“.

Der Leiter der Raumfahrtbehörde im israelischen Verteidigungsministerium, Amnon Harari, erklärte: „Natürlich hätten wir es vorgezogen, wenn die Auflösung so wäre, dass sie uns schützt. Es ist immer besser, wenn sie dich unscharf sehen, als wenn sie dich klar sehen. Wir ziehen es immer vor, mit der geringstmöglichen Auflösung fotografiert zu werden.“

Von: mas

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