Biblische „Bekannte“ gefunden

JERUSALEM (inn) – Archäologen haben zwischen Tausenden Scherben erneut eine althebräische Inschrift mit biblischem Namen entdeckt. Sie befanden sich in einer Trümmerschicht aus der Zeit der Zerstörung Jerusalems durch den babylonischen König Nebukadnezar im Jahr 587 vor Christus.
Die Inschrift wurde in biblischer Zeit in den noch feuchten Ton eingeritzt.

Foto: Clara Amit, Israel Antiquities Authority

Die Inschrift wurde in biblischer Zeit in den noch feuchten Ton eingeritzt.

Joe Usiel von der Antikenbehörde konnte nur einige Buchstaben entziffern, darunter die typische Namensendung „Jahu“ (etwa bei Jeremijahu oder Elijahu, wie auf Hebräisch Jeremia oder Elia genannt werden) sowie die Kombination „b“ und „n“, was Ben (Sohn) bedeuten oder Teil eines längeren Namens sein kann. Am wahrscheinlichsten, so Usiel, sei der Name Sechariah, Sohn des Benaiahu (Benaja), Vater des Propheten Jahasiel. Dieser Name kommt im Buch 2. Chronik 20,14 vor, wo der Levit unter den Söhnen des Asaf dem König Jehoschafat prophetische Ratschläge vor einem Krieg gegen die Königreiche von Amnon und Moab erteilt hat.
Nach Angaben der Archäologen sind die eingeritzten Buchstaben auf der Scherbe 2.700 Jahre alt und stammen aus dem 8. oder 7. Jahrhundert vor Christus. Der Topf, von dem nur die Scherbe mitsamt Inschrift erhalten geblieben ist, müsse also zwischen der Herrschaft des Hiskia und der Zerstörung Jerusalems unter König Zedekia getöpfert worden sein. Auffällig sei, dass die Inschrift in den feuchten Ton geritzt worden sei, also vor dem Brennen des Topfes. Die meisten Namen oder Inschriften wurden später hinzugefügt.
Unklar ist der Sinn und Verwendungszweck eines Topfes, dessen Rand von vornherein mit einem Namen verziert worden ist. Die Archäologen vermuten, dass das Tongefäß als Behälter für eine Opfergabe diente. Der eingefügte Name könnte jene Person sein, der das Opfer überreicht wird, oder aber der Name des Übergebers.
In der Stadt Davids, dem ältesten Teil Jerusalems, südlich des heutigen Tempelberges wurden schon mehrere Scherben und Siegel mit Namen von Personen freigelegt, die einwandfrei mit bekannten biblischen Figuren identifiziert werden konnten. So fand man in einem Raum in einem ausgegrabenen Haus die Siegel mit den Namen von zwei Beratern des Königs Zedekia. Diese hatten den Auftrag erhalten, den Propheten Jeremia in eine Zisterne zu werfen. Er hatte als „Schwarzseher“ die Zerstörung Jerusalems vorhergesagt. Die Stadt wurde tatsächlich kurz darauf in Schutt und Asche gelegt. Die Siegel fand man in der Brandschicht der genau datierbaren Zerstörung Jerusalems und des ersten Tempels Salomos durch den König aus Babylon, dem heutigen Irak.

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