Die Lieferung der Abwehrraketen stärke das aggressive Verhalten des Iran und gefährde die Sicherheit im gesamten Nahen Osten, warnte Netanjahu. Russland wollte das Abwehrsystem bereits im Jahr 2010 an den Iran verkaufen. Am Ende hatte es westlichem Druck nachgegeben und einem fünfjährigen Lieferstopp zugestimmt. Dieser ist am Montag abgelaufen. Putin erklärte dazu, der Lieferstopp gegenüber dem Iran sei angesichts des Rahmenabkommens zwischen dem Iran und den sechs Verhandlungsmächten nicht länger nötig. Die Lieferung des Systems könne daher bis zum Jahresende abgewickelt werden. Das S-300 diene lediglich der Verteidigung und stelle daher keine Bedrohung gegenüber Israel dar, erklärte Putin gegenüber Netanjahu.
Israels Regierungschef betonte hingegen, der Verkauf fortschrittlicher Waffen an den Iran sei das Ergebnis des „gefährlichen“ Atom-Abkommens. „Gibt es nach diesem Waffendeal noch jemanden, der ernsthaft behauptet, dass das Abkommen mit dem Iran die Sicherheit im Nahen Osten verbessert?“, fragte Netanjahu laut der Tageszeitung „Jerusalem Post“.