Genau 1.183 Läufer sollten ein blaues Armband als Zeichen der Erinnerung tragen, erklärte der Initiator, Ron Segal, gegenüber „Bild.de“. Das sei ein Läufer für jeden Tag, den der Israeli bis zum Sonntag in palästinensischer Gefangenschaft verbringen musste. „Etwa 900 Marathonläufer haben sich im Vorfeld namentlich für die Aktion registriert, viele weitere haben die Bänder getragen, ohne sich formell anzumelden. Insgesamt haben wir 3.000 Armbänder verteilt“, erklärte Segal am Sonntag. Der israelische Filmemacher lebt in Berlin und lief die gut 42 Kilometer lange Strecke selbst mit. Seine Startnummer: 1183.
Aktion trifft auf breite Unterstützung
Die Solidaritätsbekundung beim Berlin-Marathon wurde von der Israelischen Botschaft, der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und der Jüdischen Gemeinde Berlin unterstützt. Die Armbänder wurden zusammen mit T-Shirts und Informationsmaterial von ehrenamtlichen Helfern verteilt. Am Informationsstand der Veranstalter bestand die Möglichkeit zum Gespräch mit Ekkehard Band, dem Bürgermeister von Berlin Tempelhof-Schöneberg. Der Stadtteil hat eine Partnerschaft mit Naharija, dem Geburtsort von Gilad Schalit.
In Gefangenschaft seit 2006
Schalit war am 25. Juni 2006 von palästinensischen Terroristen auf israelischem Territorium entführt und in den Gazastreifen verschleppt worden. Die israelische Regierung bemüht sich seitdem um die Freilassung des heute 23 Jahre alten Soldaten. Besuche des Roten Kreuzes und medizinische Versorgung werden Schalit von seinen Entführern verwehrt.